Humor, Disziplin und ungebrochene Neugier zeichnen Pauline Zettinig bis heute aus. Anlässlich ihres 104. Geburtstages besuchte Bürgermeister Johannes Anzengruber die Jubilarin im Wohnheim Tivoli und überbrachte ihr die besten Glückwünsche im Namen der Stadt Innsbruck.
Gemeinsam mit ihrer Familie und der Stationsleitung wurde im schattigen Innenhof des Wohnheims mit einem Glas kühlen Wassers auf den besonderen Ehrentag angestoßen. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte der Bürgermeister zudem einen bunten Blumenstrauß sowie eine süße Kleinigkeit.
Neugierig bleiben
Auch mit 104 Jahren verfolgt Pauline Zettinig aufmerksam, was in Innsbruck geschieht. Im Gespräch mit Bürgermeister Anzengruber tauschte sie sich interessiert über das aktuelle politische Geschehen in der Tiroler Landeshauptstadt aus. Ebenso wurde über den rasanten technischen Wandel der vergangenen Jahrzehnte gesprochen – vom Vierteltelefon über das Handy bis hin zu modernen, smarten Brillen mit Künstlicher Intelligenz.
Bescheiden meinte die Jubilarin während des Besuchs, sie habe dem Bürgermeister „die Zeit gestohlen". Dieser widersprach ihr umgehend: „Ganz im Gegenteil – es ist mir eine große Freude und Ehre, Ihnen, Frau Zettinig, persönlich zu Ihrem Geburtstag zu gratulieren. Menschen wie Sie haben unsere Stadt über viele Jahrzehnte mitgeprägt und blicken auf einen einzigartigen Erfahrungsschatz zurück. Solche Begegnungen sind immer etwas ganz Besonderes und bereichernd.“
Auch der Humor kam beim Geburtstagsbesuch nicht zu kurz. Als die Familie Schokoladenpralinen servierte, erklärte Frau Zettinig mit einem Lächeln, dass sie Süßes zwar gerne möge, bei Schokolade jedoch Maß halte. Tochter Elisabeth und Schwiegersohn Christian beschrieben die 104-Jährige als humorvoll, schlagfertig und äußerst diszipliniert. Vor allem ihr starker Wille habe sie ihr ganzes Leben ausgezeichnet. „Sie ist einfach eine Beißerin", waren sich beide einig.
Ein bewegtes Leben
Die gebürtige Steirerin arbeitete zunächst als Friseurin in St. Anton am Arlberg, bevor sie nach Innsbruck zog. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, der in zweiter Generation eine Buchbinderei in der Pfarrgasse führte. In dem Familienbetrieb war Frau Zettinig bis zu ihrer Pensionierung beruflich tätig. Bemerkenswert ist auch ihre lange Selbstständigkeit: Erst kurz vor ihrem 100. Geburtstag übersiedelte Pauline Zettinig ins Wohnheim Tivoli. Bis dahin lebte sie mit Unterstützung ihrer Familie weiterhin in ihrem Wohnhaus in Hötting. Im Wohnheim hat sie längst ein neues Zuhause gefunden. Besonders gerne verbringt sie Zeit im liebevoll gestalteten Innenhof. Bei einem gemeinsamen Rundgang zeigte sie Bürgermeister Anzengruber auch ihren persönlichen Lieblingsplatz – einen gemütlichen Strandkorb, in dem sie die Ruhe des Gartens genießt. Nach einem herzlichen und abwechslungsreichen Geburtstagsbesuch verabschiedeten sich die Jubilarin und der Bürgermeister mit der Vorfreude auf ein Wiedersehen zum 105. Geburtstag. MF