Baustart für Schutzprojekt am Höttinger Bach

Neuer Geschiebeablagerungsplatz schützt Hötting vor Überflutungen und Vermurungen

Bundesminister Norbert Totschnig (2. v. r.), Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (3. v. l.), Bürgermeister Johannes Anzengruber (2. v. l.), Sektionsleiter Gebhard Walter (r.), Obmann Bürger:innen-Initiative Karl Braun (3. v. r.), sowie Gebietsleiter Josef Plank (l.) beim gemeinsamen Projektstart für mehr Sicherheit in Hötting. © Stadt Innsbruck/S.Wurm
Mit dem Spatenstich am Höttinger Bach startet die Umsetzung eines zentralen Schutzprojekts für den Innsbrucker Stadtteil Hötting. Oberhalb des Siedlungsraumes errichten Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), das Land Tirol und die Stadt Innsbruck gemeinsam einen neuen Geschiebeablagerungsplatz.

Die rund 2,8 Millionen Euro teure Anlage hält bei starken Unwettern mitgeführtes Material zurück und verringert die Gefahr von Überflutungen und Vermurungen im dicht besiedelten Stadtteil. Planung wie Umsetzung übernimmt die Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Mittleres Inntal. Die Arbeiten sollen bis 2028 abgeschlossen sein.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Der Höttinger Bach ist seit Jahrhunderten als gefährlicher Wildbach bekannt. Durch die Folgen des Klimawandels und den hohen Siedlungsdruck ist das Risiko durch Hochwasser und Muren weiter gestiegen. 111 Häuser liegen derzeit in der roten, 326 in der gelben Gefahrenzone. Mit diesem außergewöhnlichen Schutzprojekt mitten in Innsbruck investieren wir deshalb ganz konkret in die Sicherheit der Menschen und den Schutz ihres Lebensraums. Die Wildbach- und Lawinenverbauung leistet dabei einmal mehr unverzichtbare Arbeit.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler: „Hötting ist ein dicht besiedelter Stadtteil und gleichzeitig liegt hier ein Wildbach mitten im Siedlungsraum. Das verlangt nach einem entsprechend hohen Sicherheitsniveau. Wir können Naturgefahren nicht verhindern, aber wir können einiges dafür tun, dass sie möglichst wenig Schaden anrichten. Mit dem nun gestarteten Projekt wird nicht nur ein konkretes Problem entschärft, sondern ein wichtiger Teil des langfristigen Schutzkonzepts umgesetzt. Genau darum geht es bei einem zeitgemäßen Naturgefahrenmanagement: Gefahren frühzeitig erkennen, Schutzmaßnahmen planen und dann auch konsequent umsetzen.“

Der für die Sicherheitsagenden zuständige Bürgermeister Johannes Anzengruber betont den konkreten Nutzen der Gesamtinvestitionen von 21,2 Mio. Euro: „Nach jahrelanger Vorbereitung wird aus Planung nun spürbare Sicherheit für die Menschen in Hötting. Entscheidend ist das Zusammenspiel der beiden Schutzstufen: Mit dem Geschiebeablagerungsplatz schaffen wir zuerst die Grundlage für das große Retentionsbecken, das bis 2040 entsteht. Bereits ab 2028 wird Hötting besser geschützt sein, weil Geröll und Holz oberhalb des Siedlungsraums zurückgehalten werden.“

Zwei Anlagen, zwei Aufgaben
Der Geschiebeablagerungsplatz hält oberhalb des Siedlungsraums Geröll, Kies und Holz zurück und schützt damit das geplante Retentionsbecken vor Verlandung. Dieses soll später bei Extremhochwasser große Wassermengen zwischenspeichern und kontrolliert an den Höttinger Bach abgeben. Der Geschiebeablagerungsplatz ist damit die erste Schutzstufe und Voraussetzung für die Retentionsanlage.

Baustein des Gesamtschutzes
Bis 2040 sollen zwei aufeinander abgestimmte Bauwerke und Zusatzmaßnahmen mit Gesamtkosten von rund 21,2 Millionen Euro umgesetzt werden. Neben dem Geschiebeablagerungsplatz entsteht eine Hochwasser-Retentionsanlage mit rund 41.600 Kubikmetern Rückhaltevolumen, die Sanierung des Unterlaufgerinnes, eine Seilsperre zum Rückhalt von Wildholz sowie Erosionsschutzmaßnahmen im Oberlauf.

Die Schutzbauten sind auf sehr seltene Extremereignisse ausgelegt. Laut geltendem Gefahrenzonenplan liegen mehrere hundert Gebäude in der roten und gelben Wildbachgefahrenzone des Höttinger Baches.

Baustelle nimmt Gestalt an
Der Baustart ist vor Ort bereits sichtbar: Bagger der WLV heben das Gelände aus, zugleich entsteht die weitere Zufahrt – notwendige Holzschlägerungen laufen noch. In einigen Wochen folgt mit den Betonarbeiten für das Fundament der Sperre der nächste markante Schritt.

Zahlen und Fakten

Detailprojekt:

Geschiebeablagerungsplatz mit Sperre am Höttinger Bach

Umsetzung: 2026 bis 2028
Kosten: rund 2,8 Millionen Euro
Rückhalteraum: bis 12.000 m³
Gesamtprojekt: 

mehrstufiges Schutzsystem, Bauzeit bis 2040, rund 21,2 Millionen Euro

Projekt- und Finanzierungspartner:  Bund, Land Tirol und Stadt Innsbruck
Planung und Umsetzung:  Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Mittleres Inntal