Partizipative Stadtgestaltung zum Anfassen: Die Stadt Innsbruck hat die Siegerentwürfe des Projekts „Create your City“ offiziell prämiert. Von Anfang März bis Mitte April hatten alle Innsbrucker:innen die Möglichkeit, ihre Gestaltungsideen für drei markante Wandflächen im Stadtgebiet einzureichen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie viel kreatives Potenzial in der Bevölkerung steckt und wie mit Bürger:innenbeteiligung das Stadtbild belebt werden kann.
Triste Flächen in bunte Kunstwerke verwandeln – das war das Ziel des Gestaltungswettbewerbs „Create your City“. Bei den Entwürfen für die Standorte Löwenhaus, Kranebeach und am Sillzwickel durften Bürger:innen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das Besondere dabei: Der gesamte Prozess war auf Mitwirkung ausgelegt. Über die städtische Beteiligungsplattform mitgestalten.innsbruck.gv.at konnten alle kunstschaffenden Innsbrucker:innen ihre Entwürfe hochladen. Insgesamt wurden 38 Gestaltungsideen eingereicht. Anschließend hatten alle registrierten Nutzer:innen die Möglichkeit über ihre Favoriten für den „Kranebeach“ abzustimmen. Rund 960 Stimmen von 516 Personen unterstreichen das große Interesse an der Aktion.
Bürgermeister Johannes Anzengruber hebt die Bedeutung der partizipativen Stadtgestaltung hervor: „Innsbruck bietet Platz für kreative Köpfe. Wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, ihren Lebensraum selbst mitzugestalten, wächst die Identität mit ihrem Viertel. Diese Form der Wertschätzung durch aktive Mitwirkung ist uns ein großes Anliegen. Die Gewinnerentwürfe bringen nicht nur Farbe in den Alltag, sie zeigen auch, wie sehr sich die Menschen mit ihrer Heimatstadt verbunden fühlen.“
Empowerment durch Mitgestaltung
Eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Expert:innen der Stadtverwaltung sowie Fachleuten für Streetart und Stadtbildverschönerung, sichtete parallel zur Kranebeach-Abstimmung die zahlreichen Einreichungen für die Standorte Löwenhaus und Sillzwickel. Ein wichtiges Kriterium war dabei neben der künstlerischen Qualität auch der Bezug zum jeweiligen Standort.
Andrea Kreisl, Projektleiterin im Referat Bürger:innenbeteiligung und partizipative Stadtgestaltung, zieht eine positive Bilanz: „Unser Ziel war es, im Rahmen eines Kreativprojekts eine niederschwellige Möglichkeit zur Teilhabe zu schaffen. Besonders gefreut hat uns die rege Beteiligung von Frauen und jungen Menschen, sowie die Vielfalt der eingereichten Entwürfe.“
Erfolgreiches Pilotprojekt mit Zukunft
Das Pilotprojekt hat gezeigt, wie erfolgreich die Kombination aus kreativem Wettbewerb und digitaler Mitbestimmung funktioniert. Aufgrund der positiven Resonanz und der hohen Beteiligung wird bereits über eine Fortführung des Formats im Jahr 2027 nachgedacht.
Nach der Preisverleihung konnten alle Interessierten im Rahmen eines „Gallery Walks“ die verschiedenen Entwürfe vor Ort sichten und sich über die Zukunft der Innsbrucker Stadtgestaltung austauschen. DJ