Der 2. österreichische Hitzeaktionstag am 9. Juni 2026 wurde zum Anlass genommen, das Projekt „INN-Oasen – Klimaoasen Innsbruck“ im Detail vorzustellen. Die erste INN-Oase im Caritas Integrationshaus in der Gumppstraße 71 ist ab sofort jeden Freitag von 10.00 bis 11.30 Uhr geöffnet.
Konzept bereits erprobt
INN-Oasen können Gärten, Parks und Bereiche in kühlen Kirchen oder Unternehmen sein. Sitzmöglichkeiten sowie Trinkwasser sind ausreichend vorhanden – erkennbar sind die kühlen Orte an den Klappstühlen mit dem Branding der Stadt Innsbruck. In Wien sind derartige Klimaoasen von der Caritas bereits gut genutzt und beliebt bei den Bürger:innen.
Die INN-Oasen werden über das Freiwilligenzentrum der Caritas betreut und von Land Tirol sowie Stadt Innsbruck finanziell unterstützt. Die Caritas hat sich mit dem Projekt mehrere Ziele gesetzt. Unter anderem soll ein Netzwerk von Klimaoasen in Innsbruck aufgebaut werden, das an möglichst vielen Wochentagen zwischen Mai und September geöffnet hat. Das Projekt fördert die soziale Teilhabe, stärkt das Miteinander und bietet Schutz vor gesundheitlichen Risiken durch Hitze. Beide Partner, Stadt Innsbruck und Land Tirol, unterstützen die Caritas mit jeweils 2.500 Euro.
Niederschwelliges Angebot
„Eine starke Stadt erkennt Herausforderungen früh und handelt entschlossen. Deshalb analysieren wir genau, an welchen Orten Innsbruck besonders unter Hitze leidet, und setzen gezielt dort an, wo Menschen Unterstützung brauchen, um sicher durch heiße Tage zu kommen. Mit den INN-Oasen schaffen wir ganz konkrete Orte der Abkühlung und stärken gleichzeitig den Zusammenhalt in unseren Stadtteilen. Denn eine klimafitte Zukunft entsteht nicht nur durch Technologie und Infrastruktur, sondern vor allem durch Menschen, die Verantwortung füreinander übernehmen“, betont Klimastadträtin Janine Bex.
Das Land Tirol veröffentlichte letztes Jahr eine Klimaanalyse, die als Karte für das gesamte Inntal im Detail aufzeigt, wo es an Sommertagen besonders heiß wird – und wo Kaltluftströme in der Nacht für Abkühlung sorgen. Besonders viele „Hitzehotspots“ gibt es im städtischen Gebiet in stark versiegelten Straßenzügen. „Die Anpassung an den Klimawandel ist eine wesentliche Säule der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Dazu gehört neben einem mittelfristigen Umdenken in der Raumplanung auch, für vulnerable Gruppen an heißen Tagen Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, Trinkwasser an öffentlichen Plätzen zugänglich zu machen und für mehr Beschattung im öffentlichen Raum zu sorgen“, ist Klimaschutzlandesrat René Zumtobel überzeugt.
Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb kann dem nur zustimmen: „Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise. Besonders ältere Menschen, Kinder, wohnungslose Menschen oder Personen mit geringem Einkommen leiden unter der zunehmenden Hitze oft besonders stark. Mit den INN-Oasen der Caritas Tirol schaffen wir niederschwellige Orte der Abkühlung, Begegnung und Erholung mitten in Innsbruck. In Zusammenarbeit mit Innsbrucker Pfarren und Caritas-Einrichtungen werden zum Beispiel Gärten an Hitzetagen geöffnet. Gemeinsam mit dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck setzen wir damit einen wichtigen Schritt für mehr Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und lebenswerte Städte.“
„Wir freuen uns sehr über den weiteren Ausbau von kühlen Orten in der Stadt! Was mit dem Hitzeaktionsplan 2025 als ‚cooling zone‘ gestartet wurde, erfährt durch die Kooperation mit der Caritas einen weiteren Ausbau und eine Aufwertung von Orten der Begegnung in einem kühlen Rahmen“, bedankt sich Christine Schermer, Referentin für Stadtklima und Umwelt, bei allen Partner:innen für die Zusammenarbeit.
Informationsabend für Freiwillige
Der Einsatz von Freiwilligen, die diese INN-Oasen betreuen, bringt wiederum Wertschätzung. Sibylle Auer, Leiterin des Bereichs Freiwilliges Engagement bei der Caritas sowie Projektleiterin und -initiatorin betont: „Die Caritas INN-Oasen leben vom Miteinander. Deshalb freuen wir uns über Menschen, die sich freiwillig engagieren und diese Orte aktiv mitgestalten möchten. Derzeit bauen wir die INN-Oasen in mehreren Innsbrucker Stadtteilen weiter aus – unter anderem im Saggen, in Mühlau, St. Nikolaus, der Inneren Stadt und Wilten.“ Interessierte sind zum Informations- und Schulungsabend am 18. Juni ab 17.00 Uhr in die Caritas-Zentrale Innsbruck (Heiliggeiststraße 16) eingeladen.
Alle Standorte der INN-Oasen finden sich auf der Website der Caritas Tirol. Informationen zu den cooling zones finden sich unter www.innsbruck.gv.at/cooling-zones
SAKU