Es ist ein Pilotprojekt, das österreichweit Beachtung findet: NIKADO in der Matthias-Schmid-Straße 10. Die Standortsuche war schwierig, doch mit viel Engagement der Verantwortlichen konnte innerhalb weniger Monate der jetzige Standort ausfindig gemacht und baulich für die besonderen Anforderungen adaptiert werden. Vizebürgermeister Franz X. Gruber, ressortzuständig für Soziales und Sicherheit, bestätigt: „Es gab dringenden Handlungsbedarf. Zu der nun bestehenden Lösung haben viele beigetragen, denen ich meinen Dank aussprechen möchte, allen voran dem Land Tirol und den Tiroler Sozialen Diensten, den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Innsbrucker Immobiliengesellschaft.“
Alkoholkonsumraum eröffnet
„Um die bekannten Konflikte und Probleme bei der Mentlvilla zu entflechten, braucht es Regeln, aber auch neue Angebote für alkohol- und suchtkranke Menschen“, erläutert Vizebürgermeister Gruber. „Daher haben wir in diesem Jahr, in Kooperation mit der Caritas und den Barmherzigen Schwestern, die Katharinenstube und jetzt das NIKADO eröffnet.“ Das neue Angebot im städtischen Gebäude in der Matthias-Schmid-Straße 10 bietet einen geschützten Rückzugsraum, in dem mitgebrachter Alkohol konsumiert werden darf – allerdings nur Bier und Wein, nichts Hochprozentiges. In der Einrichtung selbst gibt es neben warmen Mahlzeiten und Snacks nur alkoholfreie Getränke wie Tee, Kaffee und Säfte.
„Wir brauchen klare Regeln im öffentlichen Raum, aber auch maßgeschneiderte Angebote für alkohol- und suchtkranke Menschen in unserer Stadt.“ (Vizebürgermeister Franz X. Gruber)
365 Tage im Jahr geöffnet
Betrieben wird NIKADO von den Tiroler Sozialen Diensten (TSD), es ist täglich von 12.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Fünf sozial ausgebildete MitarbeiterInnen kümmern sich um die Sorgen und Nöte der BesucherInnen – an manchen Tagen bis zu 80 Personen. Neben Gesprächen und Beratungen können die Hilfesuchenden die Möglichkeit zur Körperhygiene (eigene Räume für Frauen und Männer) und zur Wäschereinigung nutzen. Ein kleiner Bereich steht auch im Freien zur Verfügung. Bei Interesse werden Unterstützung bei Anliegen an Behörden sowie Informationen zum Ausstieg aus der Sucht geboten. Dazu wird auch mit anderen Systempartnern eng zusammengearbeitet. Dabei steht die Stärkung der Prävention stets im Mittelpunkt. VL
Weitere Artikel zum Thema: