Drei neue Primärversorgungseinheiten in Innsbruck

Chance für die Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft

PVE stellen ein zukunftsfähiges Versorgungsmodell dar, das sich durch eine hohe Patient:innenorientierung, attraktive Arbeitsbedingungen und einen effizienten Einsatz vorhandener Ressourcen auszeichnet © Stadt Innsbruck/D. Jäger
Die Stadt Innsbruck begrüßt die Ausschreibung von drei neuen Primärversorgungseinheiten (PVE) in den Stadtteilen Amras, Wilten und Dreiheiligen durch die Österreichische Gesundheitskasse. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung, des bevorstehenden Generationenwechsels bei vielen Hausärzt:innen und des steigenden Versorgungsbedarfs im gesamten Zentralraum sieht die Stadt darin einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft. PVE stellen ein zukunftsfähiges Versorgungsmodell dar, das sich durch eine hohe Patient:innenorientierung, attraktive Arbeitsbedingungen und einen effizienten Einsatz vorhandener Ressourcen auszeichnet.
Besondere Chancen ergeben sich aus Sicht der Stadt für den bereits in baulicher Umsetzung befindlichen Gesundheitspark im Sillpark sowie für den in Konzeptionierung befindlichen Gesundheits- und Pflegestandort „Veldidenapark Neu“. An beiden Standorten soll ein umfassendes Angebot für die Innsbrucker Bevölkerung entstehen. Am Standort Veldidenapark könnte durch die enge Verzahnung mit einer Primärversorgungseinheit zusätzlich die dringend benötigte qualifizierte Nachsorge beziehungsweise Übergangspflege für Innsbruck und Innsbruck-Land realisiert werden. Die Einbindung einer Primärversorgungseinheit ist daher ein wesentlicher Baustein für die weitere Entwicklung des Standorts, um die Übergangspflege langfristig medizinisch abzusichern und vorhandene Synergien bestmöglich zu nutzen. Über die Notwendigkeit einer raschen Realisierung besteht auch mit dem Land Tirol und wesentlichen Systempartnern Einigkeit.

Bürgermeister Johannes Anzengruber, zuständig für Gesundheit, betont: „Die Ausschreibung von drei Primärversorgungseinheiten ist ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Absicherung der Gesundheitsversorgung in unserer Stadt für die Bürgerinnen und Bürger. Überregionale Evaluierungen der Gesundheit Österreich aus anderen Bundesländern unterstreichen das Potenzial dieser Versorgungsform. Wir müssen heute die Weichen für morgen stellen und auf gesellschaftliche und demografische Veränderungen reagieren. Ich bin sehr froh, dass wir mit weiteren PVE eine gute Primärversorgung in Zukunft haben und das Klinikum entlasten und sehe dies als entscheidenden Schritt für das Gesundheitswesen in unserer Stadt.“

Die von der Ärztekammer geäußerten Bedenken nimmt die Stadt ernst. Gleichzeitig weisen die demografische Entwicklung, bestehende Patient:innenströme und die aktuellen Gesundheitsplanungen auf einen zunehmenden Bedarf an interprofessionellen Versorgungsformen hin. Entscheidend ist daher, neue Angebote sinnvoll in die bestehende Versorgungslandschaft zu integrieren und die unterschiedlichen Strukturen bestmöglich miteinander zu vernetzen.

Vizebürgermeister Georg Willi, zuständig für die Pflegeagenden in Innsbruck, erklärt: „Für uns steht neben der medizinischen Versorgung insbesondere auch die Realisierung der Übergangspflege im Mittelpunkt. Menschen brauchen nach einem Krankenhausaufenthalt häufig eine eng abgestimmte Versorgung zwischen Medizin, Pflege und Therapie. Genau hier bietet der Veldidenapark Neu großes Potenzial. Gesundheitsversorgung und Pflege können an einem Standort ineinandergreifen und damit einen Mehrwert für den gesamten Versorgungsraum Innsbruck und Innsbruck-Land schaffen. Bei der Entwicklung dieser Strukturen arbeiten wir eng und abgestimmt mit dem Land Tirol zusammen.“

Pflegekoordinator Michael Urschitz, der die Projekte begleitet, ergänzt: „Aus Sicht der Patientinnen und Patienten zeigt sich über die untersuchten PVE hinweg ein bemerkenswert konsistentes Bild. Die Evaluierungen der Gesundheit Österreich weisen für Wien, Niederösterreich und die Steiermark eine hohe Zufriedenheit aus, insbesondere mit den längeren Öffnungszeiten und dem erweiterten Leistungsangebot. Die am Standort Veldidenapark geplante Kombination aus Primärversorgung und qualifizierter Nachsorge beziehungsweise Übergangspflege bietet darüber hinaus die Möglichkeit, dringend benötigte Strukturen in der pflegerischen Versorgung mit einer kontinuierlichen ärztlichen Betreuung zu verbinden.“

Die Stadt Innsbruck wird die weitere Entwicklung der ausgeschriebenen Primärversorgungseinheiten konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, neue Versorgungsangebote bestmöglich mit den bestehenden Gesundheits- und Pflegestrukturen zu vernetzen. Ziel ist eine abgestimmte Weiterentwicklung der Versorgung mit den gesamten Systempartner:innen, bei der bestehende und neue Angebote einander ergänzen und gemeinsam zu einer nachhaltigen Versorgung der Bevölkerung beitragen. DJ