Ein gutes Zusammenleben – in jedem Alter

Mit den Tanz-Cafés im Stadtteiltreff Reichenau wird das Zusammenleben im neu entstehenden Innsbrucker Stadtteil Campagne Areal lebendiger und inklusiver. © Street Motion Studio
Innsbruck ist eine Stadt für Jung und Alt. Beide Generationen – die junge und die ältere – haben ähnliche soziale Bedürfnisse. Als Begegnungsorte finden sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt elf Jugendzentren des OJA-Netzwerks (Offene Jugendarbeit) sowie 29 Treffpunkte für SeniorInnen.

Älterwerden in der Stadt gelingt in Innsbruck offenbar besonders gut: Statistisch gesehen leben in Innsbruck aktuell rund 25.000 Menschen über 65 Jahren, das sind 19,2 Prozent der Bevölkerung, im Vergleich mit anderen Städten eine große Gruppe. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt für Frauen bei 84,8 Jahren und für Männern bei 79,7 Jahren. Die heutige „Generation 65plus“ ist aktiv und zählt längst nicht mehr zum „alten Eisen“. „Das Angebot für unsere Seniorinnen und Senioren ist von Kultur über Sport und Freizeit enorm vielfältig, dennoch sind viele von Themen wie Einsamkeit und immer mehr auch von Altersarmut betroffen. In den Senioren-Treffs gibt es die Möglichkeit für Austausch und ein soziales Netzwerk“, betont die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Mag.a Elisabeth Mayr: „Bei diesen Veranstaltungen wird gelacht, getanzt, gespielt und es bedeutet für viele einen Fixpunkt im Alltag. Freundschaften und eine Gemeinschaft entstehen, die Menschen schauen aufeinander.“

Bei den insgesamt 29 Innsbrucker Treffpunkten für SeniorInnen, die von vielen unterschiedlichen Vereinen und Trägern angeboten werden, engagieren sich SeniorInnen ehrenamtlich für ihre Altersgenossen. Die Einrichtungen sind beliebte Begegnungsorte und Anlaufstellen für die ältere Generation, mit dem Ziel der Gemeinschaftsbildung und der geselligen Freizeitgestaltung in den verschiedenen Stadtteilen. Die Aktivitäten reichen von Bastelnachmittagen, Lesungen, Tanz, Gedächtnisförderung, Vorträgen, Musikabenden bis hin zu Ausflügen und sind für die TeilnehmerInnen großteils kostenlos. Die Stadt Innsbruck subventioniert diese wertvollen Angebote und fördert die Vernetzung miteinander. Die Reihe „Leben im Alter“ (LiA) der Innsbrucker Soziale Dienste GmbH (ISD) bietet interessante, maßgeschneiderte Angebote für ältere Menschen und ihre Angehörigen. Die Veranstaltungen umfassen Beratungsgespräche, SeniorInnen-Cafés oder Yoga für SeniorInnen. Kurse wie die „Computeria“ helfen, „up-to-date“ zu bleiben und an der digitalen Welt teilzuhaben.

Die zahlreichen Vereine und Initiativen, die ehrenamtlich unterschiedliche Angebote für die ältere Generation in den Stadtteilen ermöglichen, finden sich auch im Vereinsportal www.vereinsportal-innsbruck.at. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu treffen, um gemeinsam eine gute Zeit zu haben, körperlich und geistig fit zu bleiben oder regelmäßig eine nette Gesellschaft in der Umgebung zu finden.

Vielfältige Jugend

Auch die Jugendzentren sind beliebte Treffpunkte und ermöglichen Jugendlichen eine gesellige und konsumfreie Freizeitgestaltung. Die Offene Jugendarbeit (OJA) umfasst insgesamt elf Jugendzentren in mehreren Stadtteilen – O-Dorf, Reichenau, Pradl (zweimal), Dreiheiligen, Saggen, Innenstadt, Höttinger Au und Hötting West sowie Hungerburg und Igls – und wird durch mobile Jugendarbeit ergänzt. Das Team des städtischen Referats „Frauen und Generationen“ vermittelt und erläutert bei Interesse auch direkt das städtische OJA-Angebot. Interessierte Jugendliche können aber auch ohne Anmeldung einfach jederzeit gerne bei den Jugendtreffs vorbeischauen. „Junge Menschen brauchen Raum und Platz, um sich entfalten zu können – fernab von Konsumzwang und zu strikter Ordnung. Gleichzeitig ist es wichtig, Räume zu schaffen, wo sich Jugendliche wohlfühlen und in sicherer Umgebung und auf eigenen Wunsch hin professionelle Unterstützung und Beratung fi nden können. In den Jugendzentren können sie sich austauschen und werden in vielerlei Hinsicht beraten, zum Beispiel bei der Jobsuche und bei Fragen in allen Lebenslagen“, so Vizebürgermeisterin Mayr.

Alle elf Standorte und Öffnungszeiten sind online unter www.innsbruck.gv.at/jugendzentren zu finden. Beim jährlichen OJA-Aktionstag im September gibt es ein buntes und vielfältiges Programm für Jugendliche und die vielfältige Jugendarbeit in Innsbruck stellt sich vor. So lernen Jugendliche auch Angebote außerhalb des eigenen Stadtteils kennen. AS

Eine lebenswerte Stadt bietet ein gutes Leben für alle, ob ihre Bewohnerinnen und Bewohner neun,
neunzehn oder neunzig Jahre alt sind. Moderne und zeitgemäße Stadtentwicklung richtet mittlerweile
viele Entscheidungen an diesem Grundgedanken aus. Wir wollen sichere, konsumfreie und wertvolle
Begegnungsräume erhalten und schaffen, denn gemeinsam Erfahrungen zu machen ist das, was uns
Menschen in jeder Generation prägt und trägt.

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