Ein Jahrhundert voller Abenteuer

Älteste Innsbruckerin Margareta Pfitscher feiert ihren 107. Geburtstag

Auf ein langes, bewegtes Leben: Margareta Pfitscher stieß mit Bürgermeister Johannes Anzengruber gut gelaunt auf ihren 107. Geburtstag an. © Stadt Innsbruck/D. Jäger
Innsbrucks älteste Bürgerin, Margareta Pfitscher, feiert ihren 107. Geburtstag. Anlässlich dieses außergewöhnlichen Wiegenfestes stattete Bürgermeister Johannes Anzengruber der rüstigen Jubilarin einen feierlichen Besuch ab.
Margareta Pfitscher blickt auf ein langes, bewegtes und vor allem von unbändigem Lebensmut geprägtes Jahrhundert zurück. Ihr ganzes Leben folgte einem klaren und pragmatischen Grundsatz, der sie durch alle Höhen und Tiefen getragen hat: „Geht nicht, gibt’s nicht.“

Mut, Abenteuer und die Liebe zu den Bergen
Zeitlebens zog es Margareta Pfitscher in die weite Welt und hoch hinauf auf die Gipfel. Während des Zweiten Weltkriegs lebte sie in Norwegen, später wurde die Tiroler Bergwelt zu ihrer großen Leidenschaft. Ob beim Skifahren oder beim Wandern – sie war kaum zu bremsen. Einmal im Jahr stand der anspruchsvolle Habicht (3.277 Meter) im Stubaital auf ihrem Programm. Ihr abenteuerlicher Geist zeigte sich auch bei einer Skitour im hintersten Zillertal: Als ihr bei eisigen minus 15 Grad ein Ski brach, flickte sie diesen kurzerhand mit einem Reparaturset und kämpfte sich eigenständig bis ins Tal durch.

Ihre enorme Reiselust blieb auch im hohen Alter ungebrochen. Zu ihrem 90. Geburtstag wollte sie unbedingt mit ihrer Enkelin und deren Mann auf die Seychellen reisen – allerdings erst nach ihrem bereits gebuchten Ägypten-Urlaub. Margareta Pfitscher genoss zahlreiche Kreuzfahrten und flog mit ihrem zweiten Lebensgefährten bis ins hohe Alter einmal jährlich nach Mallorca. Bis kurz vor ihrem 100. Geburtstag saß sie zudem selbst hinter dem Steuer ihres Autos. Als die Enkelin mit 96 Jahren leise Zweifel am Autofahren äußerte, nahm die Jubilarin kurzerhand noch einmal Fahrstunden. Das Fazit des Fahrlehrers: „Frau Pfitscher, es ist alles in bester Ordnung. Sie sind nur ein kleines bisschen zu schnell unterwegs.“

Lebensfreude bis in die Morgenstunden
Auch das Feiern verlernte die Innsbruckerin nie. Bis zum Beginn der Corona-Pandemie tanzte sie regelmäßig und mit großer Leidenschaft. Ihren 100. Geburtstag feierte sie – standesgemäß mit einer Abholung im Oldtimer – schwungvoll bis um zwei Uhr in der Früh. Ihr Pragmatismus und ihr Humor blieben dabei stets ihre Begleiter. Als sie einmal wegen Rückenbeschwerden den Arzt aufsuchte und dieser sie fragte, was sie denn den ganzen Tag so mache, antwortete sie schmunzelnd: „Ja wissens, ich bin schon in Pension, da hat man viel Zeit.“

Bürgermeister Johannes Anzengruber zeigt sich tief beeindruckt von der Lebensenergie der Innsbruckerin: „Es ist eine ganz besondere Ehre, Margareta Pfitscher zu diesem stolzen Meilenstein zu gratulieren. Sie ist nicht nur die älteste Bürgerin unserer Stadt, sondern ein wunderbares Vorbild an Lebensfreude, Mut und Unabhängigkeit. Mit ihrem Humor, ihrer Abenteuerlust auf den Bergen und ihrer Offenheit für die Welt zeigt sie uns allen, wie wertvoll eine positive Lebenseinstellung ist. Im Namen der Stadt Innsbruck wünsche ich ihr von ganzem Herzen weiterhin Gesundheit, glückliche Momente und diesen bewundernswerten, jugendlichen Geist.“

Ein großes Danke an die Wegbegleiter
Dass die Jubilarin ihren Lebensabend in so guter Verfassung verbringen kann, verdankt sie auch der hervorragenden Unterstützung in ihrem Alltag. Enkelin Petra Zwerger nutzt den Ehrentag daher für ein persönliches Dankeschön: „Dass meine Oma mit 107 Jahren noch so viel Lebensfreude versprüht, liegt auch an den wunderbaren Menschen um sie herum. Ein riesiges Danke gilt dem gesamten Betreuer-Team des Wohnheims Reichenau und ihrer besten Freundin Moni. Sie alle kümmern sich tagtäglich so liebevoll um sie – das ist für uns als Familie ein unschätzbares Geschenk.“ DJ