Erfolgreiches Innsbrucker Modell bis 2030 abgesichert

Mehr Freizeitpädagogik für verschränkt geführte Ganztagesklassen

Mit mehr Freizeitpädagogik an verschränkt geführten Ganztagessklassen soll besser auf die Bedürfnisse von Kindern eingegangen werden. © Stadt Innsbruck
Das Innsbrucker Modell für die qualitätsvolle Ganztagesschule in verschränkter Form hat sich sehr bewährt. Der Gemeinderat sprach sich am 28. Mai 2026 einstimmig für die Fortführung und damit Finanzierung bzw. Absicherung dieses Modells bis einschließlich des Schuljahres 2029/30 (bis Juli 2030) aus.
Bei der verschränkten Form wechseln sich Unterrichts-, Lern- und Freizeiteinheiten den ganzen Tag über ab, wodurch Kinder gezielte Lernunterstützung, Betreuung und Förderung ihrer Talente erhalten. Eltern wird durch das Angebot an ganztägigen Schulformen die Möglichkeit geboten, Beruf und Familie leichter zu vereinbaren.

Pilotprojekt mit Zukunft
2021 hat die Stadt Innsbruck ein zukunftsweisendes, österreichweit große Beachtung findendes Pilotprojekt zur Erhöhung der Personalressourcen in der Ganztagesschule gestartet. Damit soll die Qualität der Ganztagesschule mit verschränktem Unterricht erhöht und den Kindern ein differenzierteres freizeitpädagogisches Programm ermöglicht werden. 

Seit Einführung und erfolgreichen dreijährigen Pilotierung wurde es wiederholt positiv evaluiert. Bei diesem Modell werden allen verschränkt geführten Ganztagesklassen an den Innsbrucker Pflichtschulen zusätzlich zwölf Freizeitpädagogik-Einheiten pro Woche und Gruppe zur Verfügung gestellt.

Über den Erfolg dieses Modells freut sich die für Bildung ressortzuständige Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr: „Mit diesem Plus an Freizeitpädagogik kann besser auf die Bedürfnisse der Kinder in der Ganztagesschule eingegangen werden. Damit wird die Qualität insgesamt deutlich besser. Die zusätzlichen Stunden sorgen beispielsweise dafür, dass eine Klasse bei Bedarf geteilt werden kann, sodass sich Kinder mit starkem Bewegungsdrang zwischen den Unterrichtseinheiten austoben können, während jene, die zu diesem Zeitpunkt eher Rückzug und Erholung brauchen, eine Ruhephase genießen können. Dadurch wird auch das Lernen ideal gefördert. Zudem können Ausflüge in naheliegende Parks, in den Wald, die Waldschule oder in die Stadtbibliothek unternommen werden. Schule erweitert sich damit auf viele andere Räume, in denen Lernerfahrungen gemacht werden.“

Wichtiger Ausgleich
Im aktuellen Schuljahr 2025/26 werden an den 33 städtischen Pflichtschulen insgesamt 160 Gruppen als Ganztagesschule geführt. Von diesen 160 Gruppen gibt es derzeit insgesamt 121 Gruppen in der getrennten Unterrichtsform (Vormittag Unterricht, Nachmittag Betreuung) und 39 Gruppen in der verschränkten Form, mit stark steigender Tendenz.

In beiden Unterrichtsformen, der getrennten und verschränkten, werden regulär rund 22 Stunden Freizeitpädagogik pro Gruppe und Woche ermöglicht – wobei eine Gruppe in der getrennten Form aus maximal 19 Kindern und in der verschränkten Form aus maximal 25 Kindern bestehen darf. 
„Daher sind bei der ganztags verschränkten Form zwölf zusätzliche Stunden ein besonders wichtiger Ausgleich, um eine qualitätsvolle Führung dieser Klassen zu ermöglichen und das engagierte pädagogische Personal zu unterstützen. Mit diesem Plus an Zeit und Qualität kann Ganztagesschule in verschränkter Form, die grundsätzlich alle Expertinnen und Experten als bestes Modell empfehlen, auch in der Praxis zum Erfolgsmodell werden“, bekräftigt Mayr und wirbt dafür, dass diese Personalausstattung der österreichweite Standard in der verschränkten Ganztagesschule werden soll. 

Die Initiative für das Innsbrucker Modell entstand im Austausch von Vizebürgermeisterin Mayr mit den Innsbrucker Schulleitungen und der Bildungsdirektion. Nach den ersten vier Jahren Erfahrung sind die Rückmeldungen der Schulleitungen, des Personals und besonders der Eltern durchwegs positiv, teils begeistert, und unterstreichen ebenfalls, dass die verschränkt geführte Ganztagesschule unter diesen Bedingungen die Schulform der Zukunft ist. Der Anteil an so geführten Klassen steigt jährlich, besonders aufgrund der erhöhten Nachfrage von Eltern, die ihre Kinder einschulen und wollen, dass diese in einer solchen Klasse unterkommen. MD