Im Erdgeschoß der Speckbacherstraße 59 – einem Gebäude im Eigentum der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) – eröffnet Bäckermeisterin Sonja Fiegl ab 1. Juli 2026 ihre neue Bäckerei SOFI BROT und bringt damit traditionelles Bäckerhandwerk zurück nach Wilten.
Das Geschäftslokal wurde im Rahmen einer Kooperation mit der IIG saniert und anschließend von Fiegl zur Bäckerei ausgebaut. Bürgermeister Johannes Anzengruber, Wirtschaftsstadträtin Mariella Lutz, IIG-Geschäftsführer Franz Danler und Bäckermeisterin Sonja Fiegl freuen sich über die starke Zusammenarbeit, die den Wiltener:innen hervorragend schmecken wird.
„Wir backen‘s an – und Leerstand wird zu Mehrwert. So haben wir ein absolutes Win-Win für Wilten: Der Stadtteil bekommt eine neue Bäckerei, wir haben ein gefülltes Geschäftslokal und bieten damit eine ordentliche Stärkung für die lokale Wirtschaft – genauso wie für alle hungrigen Kundinnen und Kunden. Das Konzept von Bäckermeisterin Sonja Fiegl, bei dem das traditionelle Handwerk im Zentrum steht, bietet den Bürgerinnen und Bürgern echten Mehrwert durch frisches, regionales Brot vor Ort und einen neuen Treffpunkt im Stadtteil Wilten“, betont Bürgermeister Johannes Anzengruber.
„Wilten war schon immer ein starker Wirtschaftsverband, davon zeugen bereits Urkunden aus dem Mittelalter – auch, was die Brotherstellung betrifft. Es freut mich deshalb sehr, dass heute ein neues Kapitel in der traditionsreichen Wiltener Wirtschaftsgeschichte geschrieben wird: Mit viel frischem Gebäck, direkt vor Ort in ehrlicher Handarbeit hergestellt und zum Genießen gemacht!“, erklärt Wirtschaftsstadträtin Mariella Lutz.
„Als Immobiliengesellschaft haben wir grundsätzlich wenig Berührungspunkte mit Brot, dafür aber mit Zahlen – und Potenzialen: Letztere bot das seit September 2025 leerstehende Geschäftslokal zuhauf. Für die Nachnutzung konnte das frische Konzept von Frau Fiegl überzeugen. Nach beidseitigen Investitionen und umfassenden Sanierungs- wie Modernisierungsarbeiten heißen wir unsere neue Mieterin gerne willkommen!“, freut sich IIG-Geschäftsführer Franz Danler.
„Ich freue mich sehr über die gute Zusammenarbeit mit der IIG und bin dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen sowie die Unterstützung bei der Umsetzung meines Vorhabens. Nach längerer Suche konnte ich hier den passenden Standort finden, um meine Vision von Handwerk im urbanen Raum umzusetzen“, so Geschäftsführerin Sonja Fiegl, die über ein abgeschlossenes Wirtschaftsrechts-Studium verfügt und anschließend neben ihrem vorherigen Brotberuf die Ausbildung zur Bäckermeisterin absolvierte.
Starke Investition und klare Vision
Das Wohnhaus Speckbacherstraße 59 wurde 1940 errichtet. Im Erdgeschoß befindet sich das Geschäftslokal, das seit September 2025 leer stand, zuletzt 1993 saniert wurde und somit entsprechend Sanierungsbedarf aufwies. Für die Nachnutzung überzeugte das Konzept der Bäckermeisterin, das eine klare Vision für eine moderne Handwerksbäckerei in Wilten verfolgt.
Daraufhin erfolgte eine Generalsanierung in Kooperation zwischen IIG und der Mieterin, wobei von beiden Parteien im sechsstelligen Bereich investiert wurde. Im Anschluss an die Sanierung baute Fiegl die Fläche zur Handwerksbäckerei aus, die über einen Verkaufsladen mit gemütlicher Sitzecke und offener Backstube verfügt.
Ehrlich gärt am längsten
Das Konzept von SOFI BROT setzt auf ehrliches Handwerk und macht dieses sichtbar: Die Backstube ist direkt vom Verkaufsraum einsehbar, das Brot wird vor Ort hergestellt. Das kleine, vollständig handgefertigte Sortiment der Bäckerei umfasst eine feine Auswahl an Sauerteigbroten, die sich durch einen besonders langen Gärprozess auszeichnen und ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen, klassisches Kleingebäck sowie süße Spezialitäten. Mit der Eröffnung entstehen insgesamt sechs Arbeitsplätze in der neuen Handwerksbäckerei in Wilten – für „Brotkultur mit Hingabe“, wie Bäckermeisterin Fiegl betont.
Back to the roots
Wilten kann auf eine lange Tradition des Bäckerhandwerks zurückblicken: Die erste urkundliche Erwähnung von zwei Mühlen findet sich in stiftlichen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1305. Das „Verzeichnis der Handels- und Gewerbetreibenden“ aus dem Adressbuch der Stadt Innsbruck von 1926 weist dreizehn Einträge für Bäcker:innen im Stadtteil Wilten auf. Auch der erste Standort der ETAB (Erste Tiroler Arbeiterbäckerei) befand sich ab 1899 in Wilten, bevor die Bäckerei zwölf Jahre später eine große Brotfabrik in Mühlau eröffnete, die bis 1997 bestand.
Direkt im Erdgeschoß der Speckbacherstraße 59 war in den Plänen für den Wiederaufbau des Gebäudes 1948 ebenfalls eine Bäckerei vorgesehen. Genau dort bereichert Sonja Fiegl nun ab 1. Juli 2026 die Wirtschafts- und Bäckereigeschichte Wiltens mit frischen „laiblichen“ Facetten. FB