Am Innufer östlich der Grenobler Brücke entsteht derzeit der Gedenkort Reichenau, der an die Menschen erinnert, die im Arbeitserziehungslager inhaftiert und ermordet wurden. Derzeit werden die Arbeiten an den Bodenelementen durchgeführt. Die Eröffnung des Gedenkorts Reichenau wird im Frühjahr 2027 erfolgen.
„Mit dem Gedenkort Reichenau widmen wir uns im bisher größten städtischen Gedenkprojekt der Geschichte des Arbeitserziehungslagers – und der Geschichten der Menschen, die darin inhaftiert wurden. Während am physischen Gedenkort weitergebaut wird, hat Horst Schreiber nun die bisher umfangreichste Publikation zu den derzeit bekannten Opfern und Tätern vorgelegt“, erklärt Vizebürgermeister Georg Willi.
BodenelementeMit dem Gedenkort Reichenau wird eine würdige Erinnerungsstätte für die Opfer des einstigen Arbeitserziehungslagers geschaffen. Mit Oktober beginnt am Gedenkort Reichenau die nächste Bauphase: Auf dem Areal des Gedenkorts werden die Bodenelemente verlegt. Die Bodenelemente stellen einen wichtigen Aspekt im Gesamterscheinungsbild des Gedenkortes dar, der neben den derzeit bekannten 115 Todesopfern an die Tausenden im Lager inhaftierten Personen erinnert. Dafür wurden sechs Steinformen entwickelt, die in unterschiedlicher Reihenfolge verlegt werden und sich zu einem wellenförmigen Mahnmal erheben.
Neue Publikation Erst kürzlich erschien die umfassende Monografie „Das Arbeitserziehungslager Innsbruck-Reichenau“ von Horst Schreiber. Darin beleuchtet der Historiker die Entstehung des Lagerkomplexes in der Reichenau, die Gründe für Einweisungen und die unterschiedlichen Funktionen des Lagers. Im Mittelpunkt der Publikation stehen jedoch die Menschen und ihre Schicksale. Dabei richtet sich der Blick erstmals sowohl auf hunderte Einzelbiografien der Opfer als auch der Täter. Die
Buchpräsentation findet am
16. November 2026 um 18.00 Uhr im Plenarsaal (Rathaus, 6. Stock) statt.
Erhältlich im Webshop des Stadtarchivs unter
www.innsbruck.gv.at/shop oder direkt zum Buch:
www.innsbruck.gv.at/ael-opfer-taeter Gedenken neu denken Die Errichtung des Gedenkortes Reichenau fällt in eine Zeit, in der es kaum noch Zeitzeug:innen gibt. Um die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel der Geschichte lebendig zu halten, braucht es neue Wege. Am
5. November um 18.00 Uhr findet dazu eine
Podiumsdiskussion im Haus der Begegnung (Rennweg 12) statt. Dennis Forster (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg), Tobias Rettenbacher (Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck), Christian Mathies (erinnern:at) und Irene Girkinger (Tiroler Landestheater) sprechen über aktuelle Fragen zeitgenössischer Erinnerungskultur. Der Eintritt ist frei, Anmeldung per E-Mail an:
hdb.kurse@dibk.at.
Weitere Informationen zur Veranstaltung unter:
www.innsbruck.gv.at/gedenken-neu-denken Weitere InfosWeiterführende Informationen zum Gedenkort Reichenau finden sich auf
www.gedenkort-reichenau.at. Auch die dritte Staffel des Podcast „Archivwürdig“ beleuchtet verschiedene Aspekte rund um das Arbeitserziehungslager Reichenau:
www.innsbruck.gv.at/podcastsFB