Der Stadtsenat sprach sich in seiner Sitzung vom 9. Juni 2026 einstimmig für die Herstellung und Lieferung der über 5000 speziell gestalteten Betonpflastersteine aus.
„Mit dem Gedenkort Reichenau wird eine würdige Erinnerungsstätte für die Opfer des einstigen Arbeitserziehungslagers geschaffen. Die Pflasterung stellt einen wichtigen Aspekt im Gesamterscheinungsbild des Gedenkortes dar, der neben den 115 Todesopfern an die Tausenden im Lager inhaftierten Personen erinnert. Dafür wurden sechs Steinformen entwickelt, die in unterschiedlicher Reihenfolge verlegt werden und sich zu einem wellenförmigen Mahnmal erheben sollen“, erläutert Vizebürgermeister Georg Willi.
Projektverlauf: Ein Gedenkort entstehtDas Gesamtprojekt für den Gedenkort Reichenau gliedert sich grob in vier Elemente: Erinnerungsufer mit Namenssteinen, Pavillon, Audioweg und Website. Das Projekt wird in zwei Phasen umgesetzt, wobei der Pavillon unter Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens erst in der zweiten Phase errichtet werden soll.
Projektphase 1 begann 2025. In einem ersten Schritt wurden die sogenannten Namenssteine auf dem Areal, nahe der Grenobler Brücke, gesetzt. Begleitend dazu wurde eine Website (
www.gedenkort-reichenau.at) mit der Hintergrundgeschichte des Lagerkomplexes sowie seiner Opfer gestaltet. Weiters sind auf dem städtischen Instagram-Kanal (@stadt_innsbruck) Beiträge in Erinnerung an die Opfer abrufbar.
Der zweite Schritt betrifft die Herstellung und Lieferung der Betonpflastersteine, die von der Werkgemeinschaft Gedenkort Reichenau speziell dafür entworfen wurden. Mit der Verlegung dieser Pflastersteine wird die Projektphase 1 abgeschlossen.
In Projektphase 2 ist die Errichtung eines offenen Pavillons geplant. Darin finden sich Informationen zu den Umständen im Lagerkomplex sowie zu dessen Opfern. Die Arbeiten daran sollen nach der Ausschreibung und Vergabe starten und im Laufe dieses Jahres durchgeführt werden. MD