Anlässlich des Tages der gewaltfreien Erziehung am 30. April 2026 muss einmal mehr daran erinnert werden: „Jedes Kind hat das Recht, ohne Gewalt aufzuwachsen. Dieses Recht gilt uneingeschränkt – auch und besonders für Kinder mit Behinderungen, die im Alltag noch immer einem erhöhten Risiko für physische, psychische oder strukturelle Gewalt ausgesetzt sind“, betont Julia Golser, Vorsitzende des Behindertenbeirates der Landeshauptstadt Innsbruck.
Gewaltfreie Erziehung bedeutet weit mehr als den Verzicht auf körperliche Bestrafung. Sie umfasst einen respektvollen, unterstützenden und inklusiven Umgang, der die Würde, die individuellen Bedürfnisse, die Selbstbestimmung und soziale Teilhabe jedes Kindes achtet. Für Kinder mit Behinderungen ist dies von besonderer Bedeutung, da sie häufig von Abhängigkeiten, Barrieren und gesellschaftlichen Vorurteilen betroffen sind.
Gleiche Rechte für Kinder mit Behinderungen
Studien zeigen, dass Kinder mit Behinderungen ein deutlich höheres Risiko haben, Gewalt zu erfahren – sei es in der Familie, in Bildungseinrichtungen oder im sozialen Umfeld. Gleichzeitig stoßen sie oft auf Hürden beim Zugang zu Schutzmechanismen, Beschwerdestellen und Unterstützungsangeboten. Dies stellt eine klare Verletzung ihrer bestehenden Rechte dar.
„Gewaltfreie Erziehung darf kein Privileg sein. Sie ist ein grundlegendes Menschenrecht, das allen Kindern zusteht – unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Einschränkungen“, erklärt Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr. „Dazu gehört auch, dass Kinder mit Behinderungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und alle Formen von Kinderbildungseinrichtungen besuchen können.“
Gezielte Maßnahmen
Ein inklusiver Kinderschutz erfordert gezielte Maßnahmen:
• Sensibilisierung von Eltern, Fachkräften und der Gesellschaft
• inklusive Bildungsstrukturen
• barrierefreie Unterstützungs- und Beratungsangebote
• sowie die konsequente Umsetzung bestehender Kinder-, Behinderten- und Menschenrechte
Der Tag der gewaltfreien Erziehung ist daher nicht nur ein Anlass zum Innehalten, sondern auch ein klarer Auftrag: Gewalt gegen Kinder – in jeder Form – muss sichtbar gemacht, verhindert und nachhaltig bekämpft werden. Kinder mit Behinderungen dürfen dabei nicht übersehen werden.
„Nur eine Gesellschaft, die alle Kinder schützt und stärkt, ist eine gerechte Gesellschaft“, sind sich Golser und Mayr einig.