Das Areal vor der Kirche wurde durch das städtische Amt für Grünanlagen in enger Abstimmung mit der Diözese Innsbruck und dem Bundesdenkmalamt umfassend neugestaltet. Entstanden ist ein ruhiger, würdevoller Ort, der Raum für Abschied, Erinnerung und Begegnung bietet.
Neben der neuen naturnahen Bestattungsmöglichkeit wurden auch die Wege, Sitzgelegenheiten, Pflanzflächen und Grünbereiche neu angelegt. Damit wird der Vorplatz der Theresienkirche nicht nur funktional aufgewertet, sondern auch als ruhiger Aufenthalts- und Begegnungsraum für die Bevölkerung auf der Hungerburg gestärkt.
„Der Abschied von einem geliebten Menschen braucht Orte, die Trost geben und Würde ausstrahlen. Mit dem Naturgrab vor der Theresienkirche ist ein solcher Ort entstanden: ruhig, naturnah und behutsam in das bestehende Umfeld eingebettet. Mir war wichtig, dass hier nicht nur eine neue Bestattungsmöglichkeit geschaffen wird, sondern ein Ort, an dem Erinnerung, Natur und Gemeinschaft zusammenfinden. Dadurch wurde ein jahrzehntelanger Wunsch der Bürger:innen umgesetzt“, betont Stadträtin Mariella Lutz.
„Schon 1948 bat der Hungerburger Pfarrer den Innsbrucker Bürgermeister um einen Friedhof. Seit 2006 wechselten sich Planungen mit politischen Beschlussfassungen ab, es passierte nichts bis ins Jahr 2025. Die Initiative von Johann Herdina und Glöckner Christof Schlenz führte diese zu Bürgermeister Johannes Anzengruber und Stadträtin Mariella Lutz, die hier reagierten. Für das Amt Grünanlagen plante Frau Lisa Stöllnberger die Gestaltung des Kirchenplatzes und des Urnenfeldes. Nun erhalten wir ein Schmuckstück als Vorplatz zur Theresienkirche und die Erfüllung eines lang ersehnten Wunsches der Menschen im Stadtteil Hungerburg“, freut sich Pfarrer Marek Cieselski (Seelsorgeraum Hötting-Hungerburg-St. Nikolaus).
„Wir haben in unserer Innsbrucker Friedhofslandschaft bereits zwei naturnahe Bestattungsformen und die Nachfrage danach ist enorm. Schon seit einiger Zeit bestand darüber hinaus von der Diözese sowie den Hungerburgerinnen und Hungerburgern großes Interesse an einer Bestattungsmöglichkeit um die Theresienkirche. Das Team des Grünanlagen-Amts hat hier nun einen wunderbaren Ort der stillen Idylle geschaffen, für die ewige Ruhe in der lebendigen Wiese: Das Naturgrab“, erklärt Referent Alexander Legniti (Friedhöfe).
Neuer VorplatzAuf einer Fläche von 620 Quadratmetern gestaltete das Amt für Grünanlagen den Vorplatz der Theresienkirche neu. Ziel war, eine sichtbare Verbindung zwischen Kirche und Freiraum sowie gleichzeitig erhöhte Aufenthaltsqualität zu schaffen. So wurde eine organische Betonpflasterung verlegt, die die Fläche vor der Kirche erhellt und sich nahtlos an die neu angelegten, entsiegelten und wassergebundenen Wege anfügt. Blumen und neue Grüninseln sorgen schon am Eingang des Vorplatzes für fröhliche Farbtupfer. Neben der Kirche wurden zwei neue Holzbänke aufgestellt, die zum ruhigen Rückzug einladen.
Friedliches NaturgrabZwischen den Sitzbänken befindet sich ein Altarstein aus Höttinger Brekzie, der vom Amt für Straßenbetrieb speziell für den Vorplatz gefertigt wurde und als Verabschiedungsort für Urnenbeisetzungen dient. Die Grünfläche für das Naturgrab befindet sich südwestlich der Kirche und ist direkt vom Vorplatz aus einsehbar. Zwischen zwei neuen Wegen, in direkter Blickachse der historischen Außenbank samt großer Sitznische an der Kirchenwand und unter dem Schutz eines jungen Baumes werden die Urnen künftig in der naturnah bepflanzten Wiese beigesetzt.
Die dafür verwendeten Urnen sind biologisch abbaubar, die Asche der Verstorbenen wird so unmittelbarer Teil des Naturgrabs. An der Säule neben dem Kircheneingang befindet sich eine Gedenktafel, auf der die Namen der Beigesetzten zu finden sein werden.
Die Gesamtkosten für die Umgestaltung des Vorplatzes und die Umsetzung des Naturgrabs betrugen rund 100.000 Euro, die zur Gänze von der Stadt Innsbruck übernommen wurden. Nach einer Bauzeit von rund drei Monaten erfolgte die Fertigstellung des Projekts im Juli 2026.
Naturnahe GräberInnsbruck verfügt nun über insgesamt drei naturnahe Bestattungsmöglichkeiten: Bereits vor dem Naturgrab Hungerburg wurden der Garten des Friedens und das Baumgrab am Pradler Friedhof eröffnet. Beim Garten des Friedens handelt es sich um eine parkartig gestaltete Grabstätte, in der Urnen ohne Namensnennung vor Ort beigesetzt werden. Beim Baumgrab finden sich vier Stelen, auf denen die Namensschilder der dort Beigesetzten zu finden sind – zwischen rund 30 vom Amt für Grünanlagen gepflanzten Bäumen.
Auch naturnahe Grabstätten ohne Grabstein können über die städtische Grabsuche unter
www.innsbruck.gv.at/grabsuche gefunden werden – genauso wie alle Verstorbenen auf Friedhöfen im Innsbrucker Stadtgebiet. Weitere Informationen zu Innsbrucks Friedhöfen finden sich unter:
www.innsbruck.gv.at/friedhoefe