In einer Sprache sprechen

Jugendliche zu erreichen, mit ihnen zu kommunizieren und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen ist eine der großen Herausforderungen, denen sich Streetwork z6 verschrieben hat. © shutterstock.com
Als niederschwelliger Kooperationspartner des Amtes für Kinder und Jugendhilfe findet man beim Streetwork z6 immer den richtigen Zugang zu jungen Menschen.

In der Dezember-Ausgabe 2020 von Innsbruck informiert wurde das breite Aufgaben-Portfolio des Amtes für - Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt Aufgrund der Breite des Themas mussten Stimmen der PartnerInnen der Stadt Innsbruck in diesem Bereich ausgespart bleiben Der Februarheft-Schwerpunkt „Perspektivenwechsel“ bietet die Möglichkeit, das nachzuholen Silvia Schuhmann vom Verein z6 spricht im Interview über ihren Arbeitsalltag, Besonderheiten ihrer Arbeit und ihre Wünsche an junge Menschen.

Das Amt für Kinder und Jugendhilfe ist mit Sprengel-SozialarbeiterInnen und Abklärungsteams sowie mit Jugendsozialeinrichtungen wie dem z6 gut vernetzt. Können Sie ihre Rolle hier kurz beschreiben?

Streetwork z6 ist eine anerkannte Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe Tirol und stellt ein Ergänzungs- bzw. Anschlussangebot an herkömmliche Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe dar Streetwork z6 leistet aufsuchende niederschwellige Sozial-, Kultur und Freiraumarbeit für Jugendliche von zwölf bis 21 Jahren im Stadtgebiet von Innsbruck.

Wie sieht die Kooperation in diesem Bereich konkret aus?

Die Unterstützungsangebote orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen Jugendlicher und Jugendgruppen Die Inanspruchnahme ist freiwillig und kostenlos. Haben sich Ihre Aufgabenfelder in den vergangenen Jahren verändert? Normierungen und Erwartungshaltungen an Jugendliche haben sich in den vergangenen Jahren zugespitzt Institutionalisiertes, durchstrukturiertes und zielgerichtetes Aufwachsen in kürzester Zeit wird ihnen abverlangt Bereits im Jugendalter wird von Jugendlichen Vernunft, Einsicht und Anpassung gefordert Es wird ihnen wenig Zeit zur individuellen Entwicklung und zum Sammeln von Erfahrungen zugestanden.

In Ihrer Arbeit docken Sie niederschwellig bei Jugendlichen in verschiedenen Problemlagen an. Welche Themen beschäftigen junge Menschen heute besonders?

In der Konsequenz müssen sich Jugendliche früher mit „erwachsenen“ Themen u. a. Arbeit, Wohnen, Existenzsicherung beschäftigen Freiräume werden weniger und sich auszuprobieren hat kaum noch Platz Der Aufenthalt im öffentlichen Raum als Treffpunkt mit Gleichaltrigen wird ihnen immer öfter verwehrt und sanktioniert.

Covid-19 hält die Gesellschaft weiter in Schach und fordert viele Entbehrungen – vor allem unser Sozialleben wurde auf den Kopf gestellt. Wie schätzen Sie die Situation für junge Menschen ein?

Jugendliche brauchen öffentliche Räume und Orte als Treffpunkte, Zeit sich entfalten zu können, Akzeptanz und Verständnis im Gegenüber, Respekt und  Anerkennung in der Begegnung Jugendliche haben auch Mitsprache- und Mitbestimmungsrechte Sie verdienen ehrliche Inklusion und Teilhabe.

Wie halten Sie in der aktuellen Situation Kontakt zu den Jugendlichen? Wo liegen aktuell Ihre Hauptbetätigungsfelder?

Wir sollten die eigenen Ansprüche an Jugendliche herunterschrauben, sie ernstnehmen, ihnen zuhören, nachfragen, wenn wir sie nicht verstehen und ihnen das Heranreifen zugestehen Was wünschen Sie den jungen Menschen für das Jahr 2021? Inklusion und Teilhabe Streetwork z6 hält auch in Covid-Zeiten die Angebote aufrecht, sucht Jugendliche in Außendiensten auf und unterstützt und begleitet sie ganz nach ihrem individuellen Bedarf. KR

„Die Arbeit des Amtes für Kinder und Jugendhilfe wird durch Jugendsozialeinrichtungen wie dem Streetwork z6 wesentlich unterstützt und ergänzt. Gemeinsam kommen wir damit dem Ziel, Jugendliche auch in der aktuell schwierigen Lage auf ihrem Weg zu bestärken, näher.“