Innsbruck ist die herzsicherste Stadt der Alpen

HERZsicher-Aktionstag am 17. Oktober zeigt: Jede und jeder kann Leben retten

Die wichtigsten Schritte der Wiederbelebung: Die Herzdruckmassage bei der Reanimationsübung. © Stadt Innsbruck/R. Kubanda
Wie einfach Leben retten sein kann, steht am Samstag, 17. Oktober, beim HERZsicher-Aktionstag in Innsbruck im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Herzstillstand kennt kein Geschlecht“ können Besucher:innen an vier Standorten ihr Wissen rund um Wiederbelebung auffrischen, Reanimationsmaßnahmen üben und zahlreiche Organisationen kennenlernen, die täglich für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz sind.

Unter dem Motto „Herzstillstand kennt kein Geschlecht“ machen die Stadt Innsbruck, die Interessengemeinschaft Notfallmedizin Innsbruck (IGNI) sowie zahlreiche Partnerorganisationen auf ein oft unterschätztes Thema aufmerksam: Internationale Studien zeigen, dass Frauen im öffentlichen Raum seltener reanimiert werden als Männer. Auch eine aktuelle Untersuchung der Medizinischen Universität Innsbruck bestätigt, dass bei weiblichen Übungspuppen häufig Unsicherheiten und Hemmungen auftreten. Die Botschaft des Aktionstags ist deshalb klar: Im Notfall zählt jede Sekunde und jede Person verdient dieselbe Hilfe.

„Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Dann kann aus einem Passanten plötzlich ein Lebensretter werden. Genau darauf wollen wir die Menschen in Innsbruck vorbereiten. Rufen. Drücken. Schocken. Drei einfache Schritte, die im Ernstfall Leben retten können. Denn jede und jeder kann zum entscheidenden Glied der Rettungskette werden“, verweist Bürgermeister Johannes Anzengruber nachdrücklich auf die Initiative, Innsbruck zur herzsichersten Stadt der Alpen zu machen.

„Viele Menschen zögern bei der Wiederbelebung von Frauen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Genau dieses Zögern kann wertvolle Zeit kosten und dazu führen, dass man Frauen gar nicht oder zu schwach wiederbelebt. Wir wollen die Menschen informieren und ermutigen, denn dringend benötigte Hilfe soll sich nicht von falsch verstandener Zurückhaltung vor der weiblichen Brust oder einem BH ausbremsen lassen. Beherztes Handeln und Knowhow bei der Herzdruckmassage sind besonders entscheidend für das Überleben von Frauen, denn Defis helfen nur bei bestimmten schockbaren Rhythmen, wie etwa dem Kammerflimmern, welches Frauen im Gegensatz zu Männern viel seltener haben“, betont Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr.

Herzsicher durch den Ernstfall
Die Stadt Innsbruck setzt sich seit Jahren intensiv für mehr Sicherheit bei Herz-Kreislauf-Notfällen ein. Im Rahmen des Programms HERZsichere Stadt Innsbruck wurde das Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren kontinuierlich ausgebaut. Aktuell stehen im Stadtgebiet rund 70 öffentlich zugängliche AED-Geräte zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch weitere Defibrillatoren der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB), von A1 sowie von privaten Betreiber:innen. Es wurden bereits 190 Standorte eingerichtet - eine Übersicht aller Standorte bietet das österreichweite Defi-Netzwerk.

Laut dem Jahresbericht Reanimationsregister des Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) des Landes Tirol wurden 2024 im Stadtgebiet Innsbruck 97 Reanimationsversuche dokumentiert. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinken die Überlebenschancen mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen deutlich.

„Viele Menschen unterschätzen, wie wichtig die ersten Minuten nach einem Herzstillstand sind. Wiederbelebung ist keine Aufgabe von Expertinnen und Experten allein. Jede Person kann helfen und damit Leben retten. Genau deshalb setzen wir auf Aufklärung, regelmäßiges Training und niederschwellige Angebote für die Bevölkerung“, erklärt Amtsvorstand und Stadtphysikus Ulrich Schweigmann.

Wiederbelebung zum Ausprobieren
Zwischen 11.00 und 17.00 Uhr können Besucher:innen am 17. Oktober am Marktplatz, in der Maria-Theresien-Straße, am Bozner Platz und beim Sillpark Wiederbelebungsmaßnahmen praktisch üben und mit Fachleuten ins Gespräch kommen. Neben Informationsständen erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Einsatzorganisationen. Um 16.00 Uhr findet am Marktplatz ein gemeinsamer CPR-Flashmob (CPR: kardiopulmonale Reanimation, Herz-Lungen-Wiederbelebung) statt.

Beteiligt sind unter anderem die Interessengemeinschaft Notfallmedizin Innsbruck (IGNI), das Rote Kreuz, das Jugendrotkreuz, die Bergrettung Tirol, die Polizei, die Wasserrettung, die Johanniter, die Malteser, der Arbeiter-Samariter-Bund, der ÖAMTC, die Leitstelle Tirol sowie die Tirol Kliniken.

HERZsicher-Aktionstag 2026

  1. Leben retten kann jeder: rufen, drücken, schocken!
  2. Schau hin! Es liegt in deiner Hand.
  3. Defi? Oft näher als du denkst!
  4. Herzstillstand kennt kein Geschlecht