Die 22. Ausgabe von „Innsbruck liest“ macht mit 10.000 Gratisbüchern, Verteilaktionen und kostenlosen Veranstaltungen von
11. bis 13. Mai die Stadt wieder zur Literaturbühne. Eine Fachjury wählte heuer einen Roman über eine vormals beliebte Urlaubsinsel, der nach dem (Über-)Tourismus die Gäste abhandengekommen sind. Ab
Montag, 27. April, ist das Buch an ausgewählten Verteilstellen erhältlich, die Autorin ist bei Signierstunden und Lesungen zu erleben.
„Lesen ist der Schlüssel zu Bildung, kritischem Denken und persönlicher Entfaltung“, betont Tirols Kulturreferent und Landeshauptmann Anton Mattle: „Geschichten und Bücher eröffnen uns neue Perspektiven auf die Welt und auf uns selbst. Es freut mich daher besonders, mit der Aktion ‚Innsbruck liest‘ dafür auch heuer wieder Raum für Dialog, Verständnis und gemeinsames Erleben zu bieten.“
„‘Im Prinzip gibt es nur zwei Arten von Literatur: die nacherzählende und die suchende‘, heißt es im Innsbruck liest-Buch 2026 von Thea Mengeler. ‚Nach den Fähren‘ ist solch ein suchender Text und regt dazu an, sich Fragen zu stellen, die uns alle betreffen. Wir laden alle Innsbrucker:innen und Innsbrucker herzlich zum gemeinsamen Austausch ein“, freut sich Bürgermeister Johannes Anzengruber, wieder ein neues Leseerlebnis für die breite Bevölkerung anbieten zu können.
„Thea Mengeler gibt uns Denkanstöße in einer von Umbrüchen geprägten Zeit. Und das mit einer atmosphärisch dichten Erzählweise und einem bestechend reduzierten Ton, der lange nachklingt“, zeigt sich Vizebürgermeister und Kulturstadtrat Georg Willi beeindruckt.
Zum BuchAuf einer vormals beliebten Urlaubsinsel bleiben mit einem Male die Fähren aus und mit ihnen die Urlauber. Das Leben kommt zum Stillstand, die meisten Bewohner verlassen die Insel, nur ein paar wenige harren aus. Hoffend auf eine Rückkehr der Fähren und isoliert voneinander gehen sie den immergleichen Tätigkeiten nach. Das Leben dieser Übriggebliebenen ändert sich erst, als ein Mädchen namens Ada auf unerklärliche Weise im Sommerpalast erscheint und die Nähe zu dem ehemaligen Hausmeister sucht. Ihre Fragen nach seiner Vergangenheit und nach der der Insel führen zu einem Umbruch, der auch dann nicht mehr aufzuhalten ist, als Ada so plötzlich verschwindet, wie sie aufgetaucht ist. Mehr und mehr verweben sich die Geschichten der Figuren, die beginnen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen – und mit der Frage, ob eine Rückkehr der Fähren überhaupt wünschenswert ist.
Thea Mengelers Roman erzählt von privaten und gesellschaftlichen Machtverhältnissen, vom (Über-)Tourismus und von den Prozessen der Rückeroberung des eigenen Lebens, des eigenen Lebensraumes. In ihrer knappen, aber feinfühligen und präzisen Sprache schildert sie die Geschehnisse auf der Insel und das Innenleben ihrer Figuren, deren Lebensentscheidungen auf dem Prüfstand stehen.
Der 2024 im Wallstein Verlag erschienene Roman wurde mit dem Preis der Hotlist 2024 ausgezeichnet.
JurybegründungDie Jury hebt in ihrer Begründung hervor, dass „die Insel als Andersort meisterlich in einigen wenigen, treffsicheren Pinselstrichen entworfen wird, das Beschriebene jedoch Gültigkeit weit darüber hinaus hat. Denn die unaufdringlichen und doch durchaus unbequemen Fragen, die Mengelers Roman stellt, sind für Tourismusorte allerorts relevant. Dieser Gesellschaft und ihren täglichen Herausforderungen folgt der Roman in fesselnder Weise und zieht dabei die Leser:innen unaufhaltsam den Bann. Die kompakten Kapitel, die uns in das Erleben der jeweiligen Charaktere eintauchen lassen, entwerfen ein mosaikhaftes, detailreiches, schnörkelloses Bild von bestechender Brillanz.“
Die Jury setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Ulla Baumgartner (Juryvorsitzende, Leiterin Institut für Anglistik, Universität Innsbruck), Irene Diwiak (Schriftstellerin), Joachim Leitner (Journalist Tiroler Tageszeitung) und Romina Nikolić (Lyrikerin, Herausgeberin und Projektmanagerin der Literatur- & Kunstburg Ranis in Jena).
Zur AutorinThea Mengeler (geboren 1988), aufgewachsen in Krefeld, studierte Literarisches Schreiben und Kommunikationsdesign in Hildesheim, Kiel und Istanbul. 2022 erschien ihr Debütroman „connect“ im Leykam Verlag und 2024 ihr zweiter Roman „Nach den Fähren“ im Wallstein Verlag. Sie wurde mit dem Preis der Hotlist sowie dem Rotahorn-Literaturpreis ausgezeichnet und war Writer in Residence im Museumsquartier Wien. Aktuell lebt sie als freiberufliche Autorin und Texterin in Hannover.
Wo bekomme ich das Buch?An ausgewählten Verteilstellen ist das Buch bereits ab
Montag, 27. April, erhältlich:
AK Bibliothek, Buchhandlung Daffodils, Land Tirol, InfoEck der Generationen, INNSBOOK-Büchereien (zu finden unter innsbook.at), Life Radio Tirol, SILLPARK (Besucher-Service, 1. OG), Stadtbibliothek Innsbruck, Tiroler Tageszeitung, Tourismus Information Innsbruck, Wagner’sche Buchhandlung, 20er Straßenzeitung (im Büro und bei 20er-Verkaufenden)
Ab Montag, 11. Mai, erhältlich:IKB Kundencenter, IKB Recyclinghof, IKB-Bäder (Höttinger Au, O-Dorf, Amraser Straße, Tivoli, Baggersee)
Veranstaltungen von 11. bis 13. MaiMontag, 11. Mai, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek InnsbruckAuftaktveranstaltung: Lesung aus „Nach den Fähren“ von Thea Mengeler. Moderator Martin Fritz führt Gespräche mit Politik und Jury sowie der heurigen „Innsbruck liest“-Autorin. Musikalische Begleitung von Musikatella: Barbara Aichner (Geige), Gerhard Hacker (Saxophon/Klarinette), Kurt Hofer (Gitarre)
Dienstag, 12. Mai, 11.00–12.00 Uhr, AK Bibliothek Signierstunde mit Thea Mengeler
Dienstag, 12. Mai, 17.30 Uhr, Tiroler Volkskunstmuseum, Kreuzgang Lesung am besonderen Ort: Aperitivo und melancholisch-musikalische Einstimmung mit dem Trio Peer/Singer/Yannilos: Wolfgang Peer (Akkordeon), Walter Singer (Kontrabass), Alexander Yannilos (Schlagzeug/Percussion). Ab 18.00 Uhr Lesung Thea Mengeler und Gespräch mit Boris Schön
Mittwoch, 13. Mai, 14.00–15.00 Uhr Einkaufszentrum SILLPARK, 2. OG Signierstunde mit Thea Mengeler
WissenswertesSeit 2004 trägt die Aktion „Innsbruck liest“ jährlich mit 10.000 Gratisbüchern erfolgreich dazu bei, zeitgenössische Literatur sichtbar und zugänglich zu machen. Verteilaktionen in der ganzen Stadt und kostenlose Veranstaltungen und Begegnungen mit den Autor:innen schaffen gemeinsame Leseerlebnisse und laden zum Austausch ein. Ziel ist es, möglichst viele Menschen für Literatur zu begeistern, den kulturellen Dialog zu fördern und das Lesen als gemeinschaftliches Erlebnis im Stadtraum zu verankern.
Alle Infos unter
Innsbruck liest - Stadtbibliothek Innsbruck