Innsbruck tut es wieder

Aktionsmonat zur sexuellen Gesundheit beginnt

Im Zentrum für Sexuelle Gesundheit Tirol kann man sich im Rahmen des Aktionsmonats auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen. Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr (l.) machte bereits im Vorjahr mit. © Stadt Innsbruck/F. Bär
Der Aktionsmonat „Innsbruck Intim“ stellt von 14. Oktober bis 27. November sexuelle Gesundheit, Vielfalt und einen offenen Umgang mit „intimen“ Themen in den Mittelpunkt. Ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Workshops und Aktionen spricht unterschiedliche Zielgruppen an – von der Jugend bis ins Alter.
Die Veranstaltungen im Aktionsmonat widmen sich unterschiedlichen Schwerpunkten und laden dazu ein, sich zu informieren, auszutauschen und neue Perspektiven kennenzulernen. Organisiert wird „Innsbruck Intim“ von den städtischen Referaten Frauen, Gleichstellung und Queer sowie Strategisches Gesundheitsmanagement & Public Health in Kooperation mit dem Zentrum Sexuelle Gesundheit Tirol.

„Sexualität gehört zu unserem Leben dazu und spielt für Wohlbefinden und Gesundheit eine wichtige Rolle. Viele Menschen verspüren jedoch Scham und Unsicherheit, darüber zu sprechen oder haben bisher keinen sicheren Raum dafür gefunden. Genau diesen Raum möchten wir im Aktionsmonat schaffen. So tragen wir dazu bei, Stigmen und Hürden rund um das Thema Sexualität abzubauen. Deshalb lade ich alle herzlich ein: Schaut vorbei und bringt Familie und Freunde mit! Es ist für jede und jeden etwas dabei“, betont Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr.

„Wir sind sehr stolz, welch umfangreiches Programm alle beteiligten Referate und Einrichtungen gemeinsam auf die Beine gestellt haben. So werden die Themen Sexualität und sexuelle Gesundheit, die für viele als Tabuthemen gelten, mitten unter die Menschen gebracht und das schafft Raum für Austausch auf Augenhöhe – ein essentieller Faktor für gelebte Gleichberechtigung“, ergänzt Referatsleiterin Isabella Mitter (Referat Frauen, Gleichstellung und Queer).

„Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr freuen wir uns sehr über die Wiederholung des Aktionsmonats sexuelle Gesundheit in unserer Stadt. Mit den diesjährigen Schwerpunktthemen rücken wir wieder unterschiedliche Aspekte dieses wichtigen Gesundheitsthemas in den Fokus. Unser Ziel ist es Bewusstsein zu schaffen, Hemmschwellen abzubauen und die Gesundheitskompetenz zu stärken“, erklärt Referatsleiterin Brigitta Kerer (Referat Strategisches Gesundheitsmanagement und Public Health).

Queere Gesundheit und Geschichte(n)
Den Auftakt bildet der Fachtag „Queere Gesundheit im medizinischen Alltag“ am 14. Oktober im Plenarsaal des Rathauses (6. Stock), der sich an medizinisches Fachpersonal aus unterschiedlichen Bereichen richtet. Anschließend starten die Themenwochen für die breite Bevölkerung. Unter dem Titel „Queere Geschichte(n)“ lädt beispielsweise am 24. Oktober ein queer-feministischer Stadtspaziergang dazu ein, Innsbruck aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Gesundheit & Gleichstellung
In der Woche vom 26. Oktober stehen „Gender-Health-Gaps“ und damit verbundene Benachteiligungen von Frauen in der Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt. So bietet der Abend des 28. Oktober mit Wiltrut Stefanek und anderen Expert:innen zum Thema „Frau*Sein mit chronischer Erkrankung“ im „Komm.Lebe.Lust“ (Leopoldstraße 13) Raum für Infos und Austausch.
Kurz vor Halloween – am Freitag, 30. Oktober – sorgt eine Verteilaktion zum Gender-Pay-Gap (ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen) unter dem Motto „Gruselfakten zur Gleichstellung“ für überraschende Fakten und Denkanstöße. Nur einer davon: Wussten Sie, dass sich viele Menschen mehr über den Genderstern aufregen als über die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern, und das obwohl diese maßgeblich für Altersarmut von Frauen verantwortlich ist? Treffpunkt ist bei der Annasäule in der Maria-Theresien-Straße.

Sexualität im Alter
Mit einem Thema, das gesellschaftlich nach wie vor häufig tabuisiert wird, beschäftigt sich die Woche „Liebe und Sexualität im besten Alter“. Am 3. November findet dazu eine öffentliche Veranstaltung im ISD-Wohnheim Pradl (Dürerstraße 12) statt. Neben Information und Austausch sorgt Dragqueen Vanessa Community für Unterhaltung.

Über Sexualität sprechen
Wie kann sensibel über Sexualität und Geschlecht gesprochen werden? Dieser Frage widmet sich der Schwerpunkt „Sexualität und Sprache“. Beim Workshop „Wie sag ich*s, wie frag ich‘s!?“ können sich die Teilnehmer:innen niederschwellig mit sensibler Sprache auseinandersetzen und unbefangen all jene Fragen stellen, für die im Alltag oft der passende Raum fehlt. Der Workshop findet am Mittwoch, 11. November im Stadtteiltreff Dreiheiligen (Dreiheiligenstraße 9) statt, um Anmeldung wird gebeten.
Wer sein Sprachrohr bereits gefunden hat, kann es am Donnerstag, 12. November, auf die Bühne bringen: Beim Poetry Slam „Let’s talk about Sex! Sexualität und Sprache“ im BRUX Freies Theater Innsbruck (Wilhelm-Greil-Straße 23) stehen persönliche, kreative und kritische Perspektiven im Mittelpunkt.
Grund zum Feiern gibt es ebenfalls: Das erste queere Jugendzentrum Innsbrucks „Queeze“ feiert am 21. November seinen 1. Geburtstag. Im Rahmen der Themenwoche „Jugend, Sexualität und Medien“ haben Interessierte die Möglichkeit, das Jugendzentrum und seine Räumlichkeiten in der Erzherzog-Eugen-Straße 25 kennenzulernen.

European Testing Week, Red-Ribbon-Gala
Den letzten Schwerpunkt des Aktionsmonats bildet die European Testing Week. In diesem Rahmen bietet das Zentrum Sexuelle Gesundheit Tirol (Kaiser-Josef-Straße 13) kostenlose Testungen an – solange der Vorrat reicht. Den feierlichen Abschluss von „Innsbruck Intim“ bildet die Red-Ribbon-Gala am 27. November. Das Charity-Event setzt zum Ende des Aktionsmonats noch einmal ein sichtbares Zeichen und unterstützt die HIV- und AIDS-Forschung. Die Gala wird von und in der Ferrarischule Innsbruck durchgeführt. MD/AS

Alle Infos zum Programm und zu den einzelnen Veranstaltungen: www.innsbruckintim.at