Innsbruck wird im Hochwasserfall jetzt noch sicherer: Dafür sorgt künftig eine moderne Video-Analyse von Innsbrucks Brücken. Beschlossen hat dies der Innsbrucker Gemeinderat einstimmig am Mittwoch, 16. Juli. Errichtet wird dieses Videosystem gemeinsam mit den Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB). So wird die Gemeindeeinsatzleitung im Katastrophenfall oder bei akuter Lebensgefahr Live-Bildern versorgt. Einsatzentscheidungen können damit schneller und zielgerichteter getroffen werden.
In den vergangenen Jahren war Innsbruck wiederholt von Hochwasserereignissen betroffen. Kritisch kann es besonders bei den Brücken werden: Über die Brücken verlaufen die Verkehrsachsen, dort sind aber auch die Leitungen für Strom-, Wasser-, Abwasser- und Telekommunikationsversorgung gelegt. Werden Brücken durch angeschwemmtes Treibgut blockiert oder beschädigt, könnte dies weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Stadtgebiet haben. „Gerade bei Hochwasser zählt jede Minute. Mit den Live-Bildern erhält unsere Gemeindeeinsatzleitung in Echtzeit ein verlässliches Bild von der Lage. Das ermöglicht mir als Einsatzleiter, notwendige Maßnahmen zum Schutz von Bevölkerung und kritischer Infrastruktur noch gezielter zu veranlassen“, erklärt der für Sicherheit zuständige Bürgermeister Johannes Anzengruber.
Unterstützung für Einsatzkräfte im Ernstfall
Bislang mussten Informationen aus dem Stadtgebiet zeitaufwendig zusammengetragen werden. Voraussichtlich ab diesem Herbst können dann Entscheidungen faktenbasiert getroffen werden, Einsatzkräfte gezielter eingesetzt und Entwicklungen laufend beobachtet werden. Gleichzeitig profitieren auch das Landes-Warn- und Lagezentrum Tirol sowie nachgelagerte Gemeinden von einer verbesserten Informationslage bei Hochwasserereignissen. Christian Schneider, Amtsvorstand für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen, betont, dass das System ausschließlich im Notfall aktiv ist: „Die Kameras werden nicht dauerhaft betrieben, sondern nur im Katastrophenfall oder bei akuter Lebensgefahr. Der Datenschutz wurde bereits in der Planungsphase umfassend berücksichtigt und alle datenschutzrechtlichen Voraussetzungen geprüft. So schaffen wir einen echten Mehrwert für die Einsatzkräfte und gewährleisten gleichzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten.“
Mit dem Gemeinderatsbeschluss können nun die technischen Vorbereitungen starten. Nach der Errichtung der Infrastruktur folgen ein Probebetrieb sowie Schulungen der Einsatzkräfte, bevor das System in den Echtbetrieb übernommen wird. MF