Künstlerische Blicke auf unsere Zeit

Kathrin Stumreich und Clemens Gächter ausgezeichnet

Förderung der bildenden Kunst: Kathrin Stumreich und Clemens Gächter nahmen das Hilde-Zach-Kunststipendium 2026 entgegen, Vizebürgermeister Georg Willi und Christina Alexandridis (Kulturamt) gratulierten. © Stadt Innsbruck/A. Steinacker
Zur Förderung der Innsbrucker Kunstszene vergibt die Stadt Innsbruck jährlich zwei Stipendien im Bereich Bildende Kunst. Mit dem Hilde-Zach-Kunststipendium 2026 in Höhe von 7.500 Euro wurde Kathrin Stumreich ausgezeichnet, das Förderstipendium mit 3.500 Euro erhält Clemens Gächter.
„Mit diesem Stipendium fördern wir sowohl bereits etablierte bildende Künstler:innen der heimischen Szene als auch junge Talente“, gratulierte Vizebürgermeister Georg Willi anlässlich der Übergabe der Urkunden: „Das Stipendium ermöglicht es Kathrin Stumreich und Clemens Gächter, sich jeweils intensiv ihrer künstlerischen Arbeit zu widmen.“

Die Jury
Eine Fachjury, bestehend aus Sarah Jonas (Kuratorin, Sammlungsleitung Grafik und Fotografie, Lentos Linz), Esther Strauß (Künstlerin) und Günther Moschig (Kunsthistoriker, Galerie am Stadtplatz Wörgl), entschied sich aus 23 Einreichungen für die beiden Künstler:innen und begründete dies wie folgt:
„Kathrin Stumreich beschäftigt sich mit den drängenden Themen unserer Zeit und versteht es, diese auf poetische Weise visuell im Raum erfahrbar zu machen. Dabei setzt sie unterschiedlichste Technologien ein und entwickelt innovative formale Ansätze im skulpturalen Bereich.“
Bei Clemens Gächter erkannte die Jury „den künstlerischen Anspruch, die Möglichkeiten der Malerei durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien zu erweitern. Seine Bildsprache zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Verwegenheit aus, die den Blick einer jungen Generation widerspiegelt und ein großes Potenzial für eine spannende künstlerische Weiterentwicklung erkennen lässt.“

Die Preisträger:innen
Kathrin Stumreich (geb. 1976 in Innsbruck) lebt in Wien. Studium an der Universität für Angewandte Kunst, Digitale Kunst, Digital Arts (Wien), Royal Academy for Fine Arts, Fashion Department, Antwerp (Belgien). Studium der Ethnologie und Philosophie (Universität Wien). Stumreich arbeitet an der Schnittstelle Neue Medien, Technologie, Sound Art und Bildende Kunst. In ihrer Arbeit untersucht und decodiert sie verborgene, in Technologien eingelassene Macht- und Kontrollmechanismen, häufig indem sie technische Parameter und Regelsysteme in Sound und Bewegung übersetzt. Wiederkehrende Themen in ihrem Werk sind Zufall, Chaos und Entropie in ihrer materiellen, sozialen sowie politischen Dimension.
Stipendien und Preise (Auswahl): 2024 Staatsstipendium für Medienkunst des BMKÖS (Wien). 2022 Förderpreis für Zeitgenössische Kunst, Kultur (Tirol). 2018 European Soundart Award (WDR Köln und dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl). 2016 Marianne.von.Willemer Preis für digitale Medien 2016 (AEC Linz). 2013 Outstanding Artist Award des BKA (Prämie gemeinsam mit Conny Zenk) für Frauenkultur.
Mehr zur Künstlerin unter www.kathrinstumreich.com/de

Clemens Gächter (geb. 2001 in Hohenems, Vorarlberg) lebt und arbeitet in Innsbruck. Studium der Kunst und Gestaltung am Mozarteum Salzburg, Standort Innsbruck. In Gächters malerischem Prozess nehmen großformatige Bilder eine zentrale Rolle ein. Unterschiedliche Materialien, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören, treten in einen spannungsvollen Dialog und erzeugen eine fragile Balance. Besorgnisse und Stressoren werden verarbeitet und zerlegt, während utopische und dystopische Motive als Filter für die Probleme eines jungen Menschen in einer modernen, von Leistungsdruck geprägten Welt dienen. Die Titel seiner Werke sind essenzieller Bestandteil seiner Arbeiten – es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Ernsthaftigkeit und subtiler Ironie, ein Spiel mit Wahrnehmung und Bedeutung.
Stipendien: 2026 Förderstipendium des Klocker Museums, 2025 Ö1 Talentestipendium (Publikumspreis), 2024 Stipendium für die Internationale Sommerakademie Salzburg (Förderung des Landes Vorarlberg).
Mehr zum Künstler unter www.clemensgaechter.com