Kultur macht sich bezahlt

Einblicke in das Kulturbudget 2024

Der Kulturausgabenbericht 2024 legt die für Kultur im weitesten Sinn verwendeten finanziellen Mittel transparent dar (v.l.): Kulturamtsleiterin Isabelle Brandauer, Vizebürgermeister Georg Willi und Christina Alexandridis (Kulturentwicklung und Förderung). © Stadt Innsbruck/M.Darmann
Der Kulturausgabenbericht erscheint heuer zum vierten Mal und gibt einen umfassenden und detaillierten Überblick über die Kulturausgaben der Stadt Innsbruck. Grundlage ist alljährlich der Rechnungsabschluss der Stadt Innsbruck, in diesem Fall des Jahres 2024.
„Aus diesem Bericht wird deutlich, dass die Stadt Innsbruck ihre Mittel für Kunst und Kultur vielfältig, breit gefächert und verantwortungsvoll einsetzt. Wir wirtschaften transparent und setzen Prioritäten“, betont Vizebürgermeister Georg Willi: „Im Jahr 2024 investierte Innsbruck 42,4 Millionen Euro in Kunst und Kultur, das sind knapp 7 Prozent der Gesamtausgaben. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen signalisieren wir damit, dass Kultur weiterhin ein zentraler Bestandteil der städtischen Politik bleibt.“ 

„Durch die Vereinheitlichung nach dem LIKUS-System werden die Kulturausgaben vergleichbar – über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg. Man erhält einen Überblick über die Förderungen, aber auch über die Finanzierung von städtischen Kulturbetrieben mit Personal und Betriebskosten, die Ankäufe und Instandhaltungen von Kunstwerken und Kulturgütern oder auch eigene Kulturveranstaltungen. Dies beeinflusst den gesamten Kulturbetrieb und die politischen Entscheidungen“, erklären Kulturamtsleiterin Isabelle Brandauer und Christina Alexandridis (Kulturentwicklung und Förderung). 

42,4 Millionen Euro
Im Jahr 2024 gab die Stadt Innsbruck 42,4 Millionen Euro (2023: rund 39,5 Millionen Euro) für Kultur aus, dies entspricht einem Anteil von 6,9 Prozent (2023: 7,4 Prozent) an den gesamten Ausgaben der Stadt. Damit stiegen die Ausgaben, zugleich sank der Prozentanteil an den Gesamtausgaben der Stadt. 
Der größte Anteil entfällt 2024 auf die Kategorie „Darstellende Kunst“ mit 36 Prozent. An zweiter Stelle steht die Kategorie „Ausbildung, Weiterbildung“ mit 21 Prozent vor der Kategorie „Musik“ mit 11 Prozent. An den gesamten Kulturausgaben ist der Anteil der Kulturverwaltung mit nur 2 Prozent gering.

Innsbruck auf Platz 3
Im Vergleich der Landeshauptstädte werden zwei verschiedene Indikatoren gewählt, um die Kulturausgaben zu vergleichen: Einerseits der Anteil der Ausgaben für Kultur an den Gesamtausgaben, der den budgetären Stellenwert des Bereichs Kultur zeigt – wobei die Tiroler Landeshauptstadt 2024 mit 6,9 Prozent hinter St. Pölten (8,6 Prozent) und Salzburg (7,3 Prozent) auf Platz 3 liegt. Linz folgt knapp dahinter mit 6,5 Prozent.

Die Kulturausgaben pro Einwohner:in stellen hingegen dar, wie viel für jede(n) Innsbrucker:in für Kunst und Kultur ausgegeben wird. Hier liegt Innsbruck mit 314 Euro pro Kopf österreichweit auf Platz fünf. Salzburg führt das Ranking an (452 Euro pro Einwohner:in), vor St. Pölten mit 393 Euro und Linz mit 330 Euro pro Kopf, schließlich folgt Bregenz mit 322 Euro. 

Fair-Pay und Teuerung
Die Stadt Innsbruck stellt finanzielle Mittel zur Verfügung, um Kultureinrichtungen bei der Umsetzung von Fair-Pay-Maßnahmen zu unterstützen. Außerdem wurden 2024 Mittel zur Abfederung der Teuerung bereit gestellt. Im Jahr 2024 stellte die Stadt Innsbruck insgesamt 174.965 Euro an zusätzlichen Förderungen für Fair Pay und den Teuerungsausgleich zur Verfügung. Davon flossen 23 Prozent in den Teuerungsausgleich und 77 Prozent in die Fair-Pay-Finanzierung.

Gender Budgeting
Mit der Darstellung des Gender Budgeting werden die verfassungsrechtlichen Bestimmungen im Innsbrucker Kulturausgabenbericht umgesetzt. Dazu werden die personenbezogenen Förderungen analysiert und nach der Höhe der Förderung sowie nach der Anzahl der Personen dargestellt. Seit dem Jahr 2023 werden zusätzlich die Leitungspositionen von Vereinen erfasst und ausgewertet.

2024 wurden insgesamt 260.747 Euro (2023: 256.171 Euro) an personenbezogenen Kulturförderungen ausbezahlt. Davon erhielten 59 Fördernehmerinnen 124.559 Euro (2023: 41 Fördernehmerinnen, 146.693 Euro) und 68 Fördernehmer 136.188 Euro (2023: 55 Fördernehmer, 109.478 Euro).

239 Vereine gefördert
Vereine und Initiativen sorgen für große Vielfalt und spielen eine wesentliche Rolle für die freie Szene in der Innsbrucker Kulturlandschaft. Sie sind in allen LIKUS-Kategorien vertreten. 
An 239 Vereine wurde 2024 insgesamt 3,9 Millionen Euro ausbezahlt (2023: rund 3,8 Millionen Euro an 225 Vereine). Davon gingen rund 1,5 Millionen Euro an 88 Vereine, die von Frauen geleitet werden, und 2,4 Millionen Euro an 151 Vereine, die von Männern geleitet werden. In der Kategorie „Musik“ gibt es im Jahr 2024 mit 69 die meisten Vereine, gefolgt von der Kategorie „Kulturinitiativen, Zentren“ mit 39 Vereinen und „Darstellende Kunst“ mit 38 Vereinen. 

Fast überall ist Kultur 
Die Kulturausgaben der Stadt Innsbruck bestreitet bei weitem nicht nur das Kulturamt. Wie der Bericht zeigt, macht dessen Anteil nur 16,8 Prozent (2023: 17,4 Prozent) der Gesamtausgaben aus, die Subventionen an Kulturvereine und Kulturschaffende sowie Mittel für Stipendien und Preisgelder an Künstler:innen umfassen. Auch die Finanzverwaltung mit 42,6 Prozent (2023: 39,6 Prozent) und das Personalwesen mit 34,5 Prozent (2023: 37,3 Prozent) tragen jeweils mehr als ein Drittel zu den städtischen Kulturausgaben bei.

Weitere Informationen
Die Länderinitiative Kulturstatistik (LIKUS) der Bundesländer und des Bundes basiert auf der internationalen Definition von Kulturstatistik der UNESCO. Sie umfasst elf spartenbezogene und fünf spartenübergreifende Kategorien. Durch die konsequente Anwendung dieses Schemas können die Kulturausgaben der Gemeinden, Bundesländer und des Bundes verglichen werden.

Mehr zu den vorangegangenen Kulturausgabenberichten 2021, 2022 und 2023 unter www.innsbruck.gv.at/kulturausgabenAS