Langblock bleibt zu 100 Prozent bei der Stadt Innsbruck

Stadtkoalition entscheidet nach wirtschaftlicher Bewertung gegen NHT-Übertragung

Der Langblock bleibt zur Gänze in städtischer Hand. Die Stadtkoalition entscheidet nach wirtschaftlicher Bewertung gegen eine Übertragung an die NHT. © Innsbrucker Immobiliengesellschaft
Der Langblock in Pradl bleibt im Eigentum der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) und damit zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Innsbruck. Nach Vorliegen der unabhängigen Bewertungsgrundlagen und einer von der IIG ausgearbeiteten Alternativlösung hat die Stadtkoalition entschieden, die ursprünglich geprüfte Übertragung des Langblocks an die Neue Heimat Tirol (NHT) nicht weiterzuverfolgen.
Aus einem sehr einfachen Grund: Die Stadt kann exakt denselben finanziellen Spielraum schaffen, ohne das Gebäude und das Grundstück aus dem Eigentum der Stadt herauszulösen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Langblocks bedeutet diese Entscheidung vor allem eines: Der Langblock bleibt zur Gänze in städtischer Hand.

Sorgfältige Prüfung und vernünftige Entscheidung
Die Übertragung an die NHT war eine von mehreren Möglichkeiten, die im Zuge der Budgetplanung 2026 vertieft geprüft wurden. Wie bekannt steht die Stadt Innsbruck wie viele Gemeinden vor steigenden Ausgaben. Insbesondere Kosten für gesetzlich übertragene Aufgaben wachsen deutlich stärker als die Einnahmen der Kommunen. Deshalb muss Innsbruck laufend verschiedene Wege prüfen, um künftig handlungsfähig zu bleiben.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir zuerst alle Fakten auf dem Tisch haben wollen und anschließend entscheiden werden. Genau das haben wir getan. Die Prüfung war richtig und notwendig. Das Ergebnis zeigt nun aber, dass wir das finanzielle Ziel erreichen können und gleichzeitig das Eigentum in der hundertprozentigen Stadttochter behalten“, erklärt Bürgermeister Johannes Anzengruber.

5,7 Mio. EUR schaffen denselben finanziellen Spielraum
Ausgangspunkt der Überlegungen war die Frage, wie zusätzliche finanzielle Mittel für die Stadt geschaffen werden können. Eine Übertragung des Langblocks an die NHT hätte nach den vorliegenden Bewertungen nach Abzug aller Kosten einen wirtschaftlichen Effekt von rund 5,7 Millionen Euro gebracht.

Die IIG hat nunmehr eine Alternative vorgelegt: Der Langblock bleibt zur Gänze im Eigentum der IIG, gleichzeitig kann die Stadttochter auf Grundlage der laufenden Mieteinnahmen des nördlichen Langblocks eine Finanzierung aufnehmen. Dadurch lässt sich wie im Budget der Stadt vorgesehen ebenfalls ein Betrag von rund 5,7 Millionen Euro mobilisieren.

„Damit hat sich die wirtschaftliche Ausgangslage wesentlich verändert. Wenn wir nahezu dieselbe Liquidität erreichen können und gleichzeitig Eigentum, Mieterträge und Entwicklungsmöglichkeiten vollständig bei der Stadt bleiben, spricht mehr für die Beibehaltung als für eine Übertragung“, betont Vizebürgermeister Georg Willi.

Langfristiges Entwicklungspotenzial
Für die Stadtkoalition war bei der endgültigen Entscheidung nicht nur der heutige Gebäudebestand ausschlaggebend. Der Langblock besteht aus rund 85 Jahre alten Gebäuden, vor allem aber aus einer wertvollen innerstädtischen Liegenschaft mit langfristigem Entwicklungspotenzial. Neben den laufenden Mieterträgen erhält sich die Stadt somit alle möglichen Chancen für eine spätere Weiterentwicklung des Standortes.

„Für uns zählt nicht nur, was heute wirtschaftlich sinnvoll erscheint, sondern auch, welchen Wert wir für kommende Generationen erhalten. Der Langblock ist ein wichtiger Teil des städtischen Wohnungsbestandes und bietet langfristig Entwicklungsmöglichkeiten für leistbares Wohnen in Innsbruck. Diesen Wert behalten wir nun vollständig in städtischer Hand“, erklärt Benjamin Plach, der Vorsitzende des Wohnungsausschusses.

NHT wäre der passende Partner gewesen
Die Stadtkoalition betont ausdrücklich, dass die NHT als gemeinnütziger Wohnbauträger grundsätzlich der passende Partner gewesen wäre. Bereits bei den bisherigen Überlegungen war klar, dass die Wohnungen auch bei einer Übertragung in öffentlicher Hand geblieben wären. Ebenso wären Mietverträge, Mietkonditionen und das städtische Vergaberecht unverändert geblieben. Die NHT verfügt zudem über große Erfahrung mit vergleichbaren Wohnanlagen. Dies wurde auch im Sondergemeinderat mehrfach hervorgehoben. Ausschlaggebend ist aber nicht die Frage, ob die NHT ein geeigneter Eigentümer gewesen wäre, sondern welche Lösung unter den heute bekannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die bessere für die Stadt Innsbruck ist.

Bessere Lösung auf Basis von Fakten
Mit dem Abschluss der wirtschaftlichen Prüfung ist die Stadtkoalition zu einem klaren Ergebnis gekommen: Der benötigte finanzielle Spielraum kann weitgehend auch ohne Eigentumsübertragung geschaffen werden. Weil Grundstück, Gebäude, laufende Erträge und künftige Entwicklungsmöglichkeiten vollständig bei der IIG und damit zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Innsbruck bleiben.

„Verantwortungsvolle Politik bedeutet, unterschiedliche Möglichkeiten zu prüfen und am Ende die für die Stadt bessere Lösung umzusetzen. Die Berechnungen zeigen, dass wir das finanzielle Ziel erreichen können und ohne das städtische Eigentum abzugeben. Genau deshalb bleibt der Langblock bei der IIG“, fasst Bürgermeister Johannes Anzengruber zusammen.