Leistbare WG-Zimmer ganz kooperativ

Innsbruck schafft maßgeschneiderten Wohnraum für Studierende und Lehrlinge

Ausschussvorsitzender Benjamin Plach, seine Stellvertreterin Karoline Obitzhofer, Vizebürgermeister Georg Willi, Geschäftsführer Markus Pollo (NHT), Bürgermeister Johannes Anzengruber, Fachkräftekoordinator David Narr (WK Tirol), Präsident Erwin Zangerl (AK Tirol) und 1. stv. Vorsitzende Anna Schramm (ÖH Uni Innsbruck) bei der Pressekonferenz zur Kooperationsvereinbarung Junges Wohnen. © Stadt Innsbruck/A. Steinacker
Die eigenen vier Wände sind ein großer Schritt im Leben jedes jungen Menschen. Zentrale Frage ist die Leistbarkeit. Ein innovatives Kooperationsmodell bei der Vergabe der 96 WG-Zimmer in der Andechsstraße 70 setzt genau hier an: Die Stadt Innsbruck schafft hier für Studierende und Lehrlinge Zimmer zu erschwinglichen Mieten. Damit gehört die Andechsstraße zu den Bausteinen der städtischen Offensive zur Schaffung von leistbarem Wohnraum.
In Kooperation mit der Neuen Heimat Tirol (NHT), der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), der Arbeiterkammer (AK) und der Wirtschaftskammer (WK) entsteht ein zukunftsweisendes Projekt. Dieses entlastet gleichzeitig den angespannten privaten Wohnungsmarkt für Familien spürbar.

In der Andechsstraße 70 errichtet die NHT ein Wohngebäude mit 42 geförderten Mietwohnungen sowie rund 18 unterirdischen Stellplätzen. Das Besondere an diesem Projekt: Die Stadt Innsbruck überträgt das Vorschlagsrecht für die Erst- und Nachbesiedelung direkt an die Institutionen, welche die Bedürfnisse der Zielgruppen am besten kennen. Die ÖH Innsbruck erhält das Vorschlagsrecht für 28 Wohnungen, die AK Tirol – in Abstimmung mit der WK Tirol – für 14 Wohnungen für Lehrlinge. Die Vergabe erfolgt auf Grundlage eigens erarbeiteter Richtlinien, während die Mietverträge auf fünf Jahre abgeschlossen werden und die Pflicht zur Begründung eines Hauptwohnsitzes vorsehen.

Hochattraktive Mietpreise für WG-Zimmer
Bürgermeister und NHT-Eigentümervertreter Johannes Anzengruber betont die starterfreundliche Preisgestaltung der Mieten: „Die NHT hat hier scharf gerechnet und legt mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 360 Euro pro Zimmer ein hochattraktives Mietangebot für junge Menschen. Das sind Preise, die junge Menschen – Lehrlinge wie Student:innen - bezahlen können. Mit diesem neuen Modell setzen wir in Innsbruck auf dem Mietmarkt ein Signal gegen galoppierende Mieten bei WG-Zimmern. Die Andechsstraße 70 ist damit Teil einer städtischen Wohnraum-Offensive für leistbares Wohnen für die Bevölkerung.“

Vizebürgermeister Georg Willi, ressortzuständig für Wohnen, hebt die Zielgerichtetheit des Modells hervor: „Statt einer zentralen Vergabe gehen wir in der Wohnpolitik neue Wege und binden jene Organisationen direkt ein, die tagtäglich mit den Lebensrealitäten von Jugendlichen und Studierenden befasst sind. Das sorgt für transparente Abläufe, kurze Wege und stellt sicher, dass der leistbare Wohnraum genau dort ankommt, wo er am dringendsten gebraucht wird. Dieses Projekt verbindet soziale Verantwortung mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung.“

Weitere Stimmen zum Kooperationsmodell:
Markus Pollo, Geschäftsführer Neue Heimat Tirol: „Als Wohnbauträger ist es uns wichtig, qualitätsvolle Lebensräume zu schaffen. Die Wohnungen in der Andechsstraße werden als moderne Wohngemeinschaften konzipiert, um den Lebensbedürfnissen und Ansprüchen unserer Bewohnerinnen und Bewohner gerecht zu werden. Neben einem leistbaren Zuhause zeichnet sich diese Form der Wohngemeinschaft dahingehend aus, dass Räume für Begegnungen im Sinne einer stabilen Grundlage für die Zukunft der jungen Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen werden.“

Anna Schramm, 1 stv. Vorsitzende der ÖH Uni Innsbruck: „Für Studierende ist die Wohnungssuche in Innsbruck seit Jahren ein absolut brennendes Thema. Die Wohnungsnot und die verbundenen hohen Kosten gefährden oft den Studienerfolg und die mentale Gesundheit. Durch die Übertragung des Vorschlagsrechts erhalten wir als Hochschüler_innenschaft gemeinsam mit allen anderen Hochschüler_innenschaften in Innsbruck die Möglichkeit, leistbaren Wohnraum sozial treffsicher an jene Studierenden zu verteilen, die am dringendsten Unterstützung benötigen.“

Erwin Zangerl, Präsident der Arbeiterkammer Tirol: „Lehrlinge stehen beim Einstieg in das Berufsleben vor großen finanziellen Hürden, besonders auf dem Innsbrucker Wohnungsmarkt. Mit diesem Modell können wir als Arbeiterkammer den Wohnraum für Lehrlinge sozial treffsicher zuteilen. Das ist ein wichtiger sozialpolitischer Schritt, um junge Fachkräfte von morgen gezielt zu unterstützen.“

David Narr, Fachkräftekoordinator der Wirtschaftskammer Tirol: „Dieses Projekt ist eine direkte Investition in die Lebensqualität der jungen Menschen und stärkt Innsbruck nachhaltig als Bildungs- und Lehrlingsstadt. Wenn wir im Wettbewerb um die besten Köpfe und Arbeitskräfte bestehen wollen, müssen wir auch die passenden, bezahlbaren Wohnformen bieten. Die Partnerschaft zeigt, wie erfolgreich Wirtschaft und öffentliche Hand gemeinsam Verantwortung übernehmen.“

Gemeinderat Benjamin Plach, Ausschussvorsitzender für Soziales und Wohnungsvergabe, und Stellvertreterin Gemeinderätin Karoline Obitzhofer, haben federführend die Vergaberichtlinien mit den Systempartnern verhandelt: „Vater des Erfolgs war, dass wirklich alle Institutionen beim Kooperationsmodell an einem Strang gezogen haben“, sind sich Plach und Obitzhofer einig. Plach ergänzt: „Dieses Projekt ist Teil des Wohnbau-Turbos den diese Stadtregierung gezündet hat, mehr als 1.000 Wohnplätze für junge Menschen in Ausbildung sind derzeit in Planung, bereits im Bau oder umgesetzt.“ Obitzhofer lädt Lehrlinge ein, sich zu bewerben: „Wer Lehrling in Innsbruck ist, kann sich über die AK bewerben.“ DJ