Der Ausbau der Regionalbahn zwischen Innsbruck und Völs schafft auch bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr. Entlang der geplanten Regionalbahnbrücke über den Inn soll zukünftig ein Geh- und Radweg verlaufen. Die neue Verbindung ersetzt die bisherige Führung über die bestehende Landesstraßenbrücke und bringt Verbesserungen bei Sicherheit, Platzangebot und Wegeführung. Der Innsbrucker Gemeinderat gab dafür in seiner Sitzung am Donnerstag, 8. Oktober, grünes Licht.
Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH (IVB) plant im Rahmen des Regionalbahnprojekts zwischen Kranebitten und Völs parallel zur bestehenden Straßenbrücke eine neue Regionalbahnbrücke über den Inn. Durch die gemeinsame Planung kann diese verbreitert und zusätzlich vom Geh- und Radverkehr genutzt werden.
„Wenn wir eine neue Brücke über den Inn schlagen, soll sie möglichst vielen Menschen neue Wege eröffnen. Deshalb denken wir Regionalbahn, Rad- und Fußverkehr gemeinsam. So entsteht zwischen Innsbruck und Völs nicht nur eine leistungsfähige öffentliche Verbindung, sondern auch eine attraktive Route für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind“, betont Bürgermeister Johannes Anzengruber.
Sicher und direkt ans Ziel
Gegenüber der bisherigen Planung bietet diese Führung mehrere Vorteile. Der Geh- und Radweg kann mit einer angemessenen Breite ausgeführt werden. Auf Innsbrucker Seite entfällt die ursprünglich geplante Adaptierung der bestehenden Geh- und Radwegrampe zwischen Hans-Flöckinger-Promenade und B171b sowie die dafür notwendige Inanspruchnahme von Fremdgrund. Auf Völser Seite kann eine zusätzliche Querung der neuen Regionalbahntrasse mit einem beschrankten Bahnübergang für den Radverkehr vermieden werden.
„Mit dieser Lösung schaffen wir einen echten Mehrwert für die Menschen in Innsbruck. Die neue Verbindung wird breiter, direkter und komfortabler und wertet damit eine wichtige Rad- und Fußverkehrsachse nachhaltig auf. Besonders erfreulich ist, dass wir hier eine qualitativ deutlich bessere Lösung umsetzen können, die gleichzeitig für die Stadt wirtschaftlicher ist. Genau so soll moderne Infrastrukturplanung funktionieren: mehr Qualität, mehr Sicherheit und mehr Nutzen für die Bevölkerung bei einem verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel“, betont Tiefbaustadträtin Mariella Lutz.
„Aus einer Bahnbrücke wird eine Mobilitätsbrücke zwischen Völs und Innsbruck. Gerade im Großraum Innsbruck bewegen sich jeden Tag tausende Menschen zwischen Wohnort, Arbeitsplatz, Schule, Uni und Freizeit. Wer den Alltag von Pendler:innen verbessern will, muss den Zentralraum als gemeinsamen Lebensraum denken“, betont Mobilitätsstadträtin Janine Bex.
Teil des Schnellradwegs entlang des Inns
Die betroffene Radwegachse ist Teil des Schnellradwegs entlang des Inns. Das Land Tirol fördert die Verlegung des Geh- und Radwegs zur Regionalbahnbrücke mit 70 Prozent. Zusätzlich liegt eine Förderzusage des Tourismusverbandes über insgesamt 75.000 Euro vor, die zu gleichen Teilen auf Innsbruck und Völs entfällt.
Die Kosten für die Verbreiterung der Regionalbahnbrücke werden von den IVB mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Der vertraglich vorgesehene Anteil der Stadt Innsbruck beträgt zunächst knapp 870.000 Euro. Nach Abzug der bereits zugesagten Förderungen verbleiben auf Basis der aktuellen Kostenschätzung voraussichtlich rund 223.500 Euro bei der Stadt Innsbruck.
Damit liegt der städtische Aufwand trotz der qualitativ besseren Lösung sogar unter jenem der bisherigen Planung: Für die ursprünglich vorgesehene Führung über die Landesstraßenbrücke, einschließlich der notwendigen Grundablöse, wären nach aktuellem Kostenstand rund 234.880 Euro angefallen.
Die erforderlichen städtischen Mittel sollen in den Budgets der Jahre 2028 bis 2030 berücksichtigt werden. DJ