Neues Wohnquartier für Kranebitten

Wettbewerb für Wohnbebauung in der Kranebitter Allee 214 entschieden

(v.l.n.r.:) Mario Dallaserra, Julia Payr (Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnbau und Projekte), Andreas Scharmer, Florian Schedle (scharmer-wurnig-architekten ZTgmbh), Stadträtin Janine Bex und Geschäftsführer Franz Danler (IIG) freuen sich auf 145 neue Wohnungen in Passivhausbauweise. © Stadt Innsbruck/D. Jäger

Ein weiterer Schritt für die Entwicklung leistbaren Wohnraums in Innsbruck ist geschafft: Der europaweit ausgeschriebene Architekturwettbewerb für die Bebauung der Kranebitter Allee 214 ist entschieden. Das Siegerprojekt des Innsbrucker Büros scharmer-wurnig-architekten sieht insgesamt 145 Wohnungen in Passivhausbauweise vor. Ergänzt wird das Vorhaben durch großzügige Grün- und Freiräume, die den Charakter des Standorts erhalten sollen.

Das Projekt umfasst 51 geförderte Mietwohnungen der Innsbrucker Immobilien GmbH & KG (IIG), 48 geförderte Eigentumswohnungen im Baurecht der Innsbrucker Immobilien Service GmbH (IISG) sowie 46 Eigentumswohnungen eines privaten Bauträgers. Die Vergabe der geförderten Wohnungen erfolgt über das Wohnungsvergabeamt der Stadt Innsbruck.

Wohnen und Grünraum gemeinsam denken

Das Siegerprojekt sieht sechs kompakt gegliederte Baukörper vor, die sich an der natürlichen Hanglage orientieren und einen großzügigen Grünraum umschließen. Der bestehende Naturraum bildet dabei den Ausgangspunkt für die Anordnung der Gebäude und kann zu einem großen Teil erhalten werden. Gleichzeitig entstehen vielfältige Aufenthalts- und Begegnungsräume für die künftigen Bewohner:innen. Die Jury würdigte insbesondere die hohe städtebauliche Qualität, den sensiblen Umgang mit dem Naturraum und die gelungene Verbindung von Architektur, Wohnen und Freiraum.

„Mit dem neuen Quartier in Kranebitten schaffen wir weiteren wichtigen Wohnraum für die Innsbrucker Bevölkerung. Gleichzeitig schaffen wir großzügige Freiräume. Denn die Wohnungen sind in ein attraktives, grünes Wohnumfeld eingebettet, das Raum für Begegnung, Erholung und ein lebendiges Miteinander bietet. Wir schaffen 145 neue Wohnungen, die den Bürgerinnen und Bürgern 2030 zur Verfügung stehen“, betont Bürgermeister Johannes Anzengruber.

Das neue Quartier setzt bewusst auf eine Mischung unterschiedlicher Wohnformen. Neben geförderten Mietwohnungen entstehen erstmals auch geförderte Eigentumswohnungen im Baurecht durch die IISG. Das Modell soll Menschen den Zugang zu Eigentum erleichtern und gleichzeitig dauerhaft leistbares Wohnen ermöglichen.

Ein Quartier, das sich an seinem Umfeld orientiert

Die Jury hob insbesondere die hohe Freiraumqualität, sowie die sensible Einbettung in den Naturraum und in das bestehende Siedlungsgebiet hervor. Die sechs Baukörper folgen dem Gelände und ermöglichen gleichzeitig großzügige Freiräume sowie eine gute Durchlüftung des Quartiers.

„Gute Stadtentwicklung bedeutet für mich auch, dass geförderter und freifinanzierter Wohnbau gleichwertig gestaltet werden und ein gemeinsames, lebendiges Quartier entsteht. In Kranebitten zeigen wir, wie das gelingen kann: mit unterschiedlichen Wohnformen, einer Architektur, die sich in die bestehende Nachbarschaft einfügt, und einem verantwortungsvollen Umgang mit Grund und Boden. Wir erhalten wertvolle Bäume und Grünstrukturen und bewahren Freiräume für Begegnung und Erholung. Denn wir wollen nicht einfach nur Wohnungen bauen, sondern ein Stück Stadt gestalten, in dem Menschen gerne leben – heute und in Zukunft“, erklärt Janine Bex, Stadträtin für Stadtplanung.

„Das Projekt zeigt, dass hohe Wohnqualität und hohe Freiraumqualität Hand in Hand gehen. Die sechs Baukörper schaffen ein hochwertiges Wohnumfeld mit großzügigen Grün- und Begegnungsräumen und respektieren gleichzeitig die Qualitäten des bestehenden Naturraums. Darüber hinaus setzen wir auf Passivhausbauweise und hohe energetische Standards“, ergänzt IIG-Geschäftsführer Franz Danler.

Die weitere Projektentwicklung umfasst nun die Anpassung der planungsrechtlichen Grundlagen, die Einreichplanung sowie die Vergabe der Planungsleistungen. Bei einem optimalen Projektverlauf könnte der Baubeginn im Jahr 2028 erfolgen. Die Fertigstellung ist derzeit für 2030 vorgesehen.

Weitere Stimmen aus der Stadtpolitik

Vizebürgermeister Georg Willi, ressortzuständig für Wohnungsvergabe: „Wohnen ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Deshalb schaffen wir in Kranebitten unterschiedliche Wohnformen für unterschiedliche Lebensphasen. Vom geförderten Mietwohnen bis zum Baurechtswohnungseigentum entsteht ein Quartier, das möglichst vielen Menschen ein Zuhause bieten kann“.

Julia Payr, Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnbau und Projekte und Jurymitglied: „Mit der erstmaligen Umsetzung von Baurechtswohnungseigentum setzen wir als Stadt einen wichtigen Meilenstein in der Wohnraumentwicklung. Wir schaffen damit neue Möglichkeiten, leistbaren Wohnraum mit dem Wunsch nach Eigentum zu verbinden. Rund die Hälfte der städtischen Flächen ist für Baurechtswohnungseigentum vorgesehen, die andere Hälfte für Mietwohnungen. Damit setzen wir auf einen ausgewogenen Mix unterschiedlicher Wohnformen und schaffen langfristige Perspektiven für die Bevölkerung.“

Mario Dallaserra, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnbau und Projekte: „Ein Architekturwettbewerb ist mehr als die Suche nach einem Gebäude. Er ist die Suche nach der besten Idee für einen Ort. Das Siegerprojekt überzeugt, weil es Wohnraum schafft und gleichzeitig die Qualitäten des Standorts erhält. Genau deshalb sind Wettbewerbsverfahren ein wichtiger Baustein einer qualitätsvollen Stadtentwicklung.“

Die öffentliche Ausstellung findet in der Zeit vom 30. November bis 4. Dezember 2026 im Vereinsheim Hötting, Schulgasse 3, 6020 Innsbruck, statt. DJ

Kranebitter Allee 214 auf einen Blick

  • 145 Wohnungen in insgesamt sechs Baukörpern
  • 51 geförderte Mietwohnungen (IIG), 48 geförderte Baurechtswohnungseigentumswohnungen (IISG), 46 freifinanzierte Eigentumswohnungen (Pichler Bau & Immobilien)
  • Wohnungsmix von 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen: davon 7 Einzimmerwohnungen, 74 Zweizimmerwohnungen, 29 Dreizimmerwohnungen, 28 Vierzimmerwohnungen, 7 große Vierzimmerwohnungen
  • Rund 8.900 Quadratmeter Wohnnutzfläche
  • Errichtung in Passivhausbauweise
  • Großzügige Grün- und Freiräume
  • Geplanter Baubeginn: 2028
  • Geplante Fertigstellung: 2030



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