Politische Einigkeit über alle Fraktionsgrenzen hinweg demonstriert der Innsbrucker Gemeinderat in Sachen Lärmschutz im Bereich A12 Sieglanger/Mentlberg im Westen Innsbrucks.
In Schreiben an Bundeskanzler Christian Stocker und an Innovations-, Mobilitäts- und Infrastrukturminister Peter Hanke sprechen sich die 40 Mandatar:innen geschlossen für eine Einhausung als nachhaltigste Lösung aus. Die Bundespolitik sei gefordert, die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung wirksam zu schützen.
Forderungen untermauert
„Die ASFINAG erwirtschaftet jährlich ein Milliardenvermögen an Mauteinnahmen. Tirol leistet hier einen wesentlichen Beitrag – während alle, die in unserer Region leben, auch negativ davon betroffen sind. Deshalb freut es mich sehr, dass sich der Innsbrucker Gemeinderat in dieser Frage geschlossen einig ist. Die Gelder sind da, hier hilft kein Zuwarten oder Vertrösten mehr: Innsbruck und seine Bevölkerung hat sich diese Einhausung verdient. Jetzt braucht es vom Bund den Mut, diese Entscheidung zu treffen“, appelliert Bürgermeister Johannes Anzengruber.
„Die Einhausung schützt die Bevölkerung vor den Folgen der Verkehrsbelastung. Gleichzeitig eröffnet sie auch neue Möglichkeiten: Städtebauliche Entwicklung, Begrünung, Platz für Photovoltaik und geringere Feinstaubbelastung durch Filteranlagen. Wir haben jetzt die letzte Chance, die Menschen in der Region für Jahrzehnte vor gesundheitlichen Schäden zu schützen“, erklärt die für Klima, Mobilität und Stadtplanung zuständige Stadträtin Janine Bex.
„Innsbruck ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt des Brenner-Korridors. Seit Jahren nimmt die Belastung zu. Der Bund muss jetzt endlich die schon lange nötigen Verbesserungen in puncto Verkehrssicherheit in Angriff nehmen. Dafür und für eine bessere Erreichbarkeit von Sieglanger und Mentlberg ist die Einhausung unumgänglich. Was in anderen Bundesländern schon längst umgesetzt wurde, muss endlich auch in Innsbruck ermöglicht werden“, so der Innsbrucker SPÖ-Klubobmann Benjamin Plach.
Einigkeit bei Einhausung
Bereits am 8. Juli 2026 bekundeten Vertreter:innen der ASFINAG, des Landes Tirol, der Interessensgemeinschaft Einhausung West sowie aller Innsbrucker Gemeinderatsfraktionen bei einem Runden Tisch im Innsbrucker Rathaus breite Einigkeit.
Innsbruck liegt an der Brenner-Verkehrsachse – seit Jahren nimmt das Verkehrsaufkommen zu. Rund 50.000 Innsbrucker:innen im Bereich Sieglanger/Mentlberg sind massiv vom Verkehrslärm betroffen. Angesichts dieser Belastung und der zu erwartenden weiteren Verkehrszunahme müsse die Bundespolitik der Einhausung als verantwortungsvolle Lösung für mehr Lebensqualität den Vorzug geben. Auf diese Weise werde Verkehrskapazität, städtebauliche Entwicklung und Lärmschutz vereint. MD/FB