Gewalt gegen Frauen meint Gewalt, die Frauen auf Grund ihres Geschlechts erfahren bzw. die sie überproportional häufig betrifft. Die Erhebung „Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und andere Formen von interpersoneller Gewalt“ (2022), die von Eurostat und dem Bundeskanzleramt in Auftrag gegeben wurde, belegt, dass ein Drittel der Frauen zwischen 18 und 74 Jahren in Österreich ab dem Alter von 15 Jahren im Laufe ihres Lebens körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Gewalt hat viele Gesichter. Neben körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt sind auch ökonomische und soziale Gewalt bedeutende Formen von Unterdrückung.
Die verschiedenen Gewaltformen schließen sich nicht gegenseitig aus, viele Frauen erleben mehrere Formen von Gewalt, besagt die Studie. Immer noch ist das Thema schambesetzt, auch wenn die Anzeigen sowie die mediale Aufmerksamkeit in den vergangenen Jahren gestiegen sind. „Die Stadt Innsbruck nimmt das Thema ernst. Bereits im Zukunftsvertrag gab die Stadtkoalition ein klares Bekenntnis zum Frauengesundheitszentrum, zur Gewalt- und Transgenderambulanz ab. Darüber hinaus sprechen wir uns darin für die Förderung von Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt in allen Lebensbereichen aus“, stellt Bürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc klar.
Innsbruck – es wird intim!
Die Stadt Innsbruck setzt heuer erstmals einen Aktionsmonat zum Thema sexuelle Gesundheit gemeinsam mit dem Zentrum sexuelle Gesundheit (ZSG) um. Nicht zufällig wurde dafür der Monat November gewählt, in dem ab 25. November weltweit die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen“ durchgeführt wird. Gewaltprävention und sexuelle Selbstbestimmung sind untrennbar miteinander verbunden. Sexuelle Gesundheit ist dabei ein zentraler Bestandteil der sexuellen Selbstbestimmung und trägt wesentlich zum Schutz vor Gewalt bei.
Unter dem Motto „Innsbruck – intim“ laden die Referate Gesundheitsmanagement und Public Health sowie Frauen, Gleichstellung und Queer Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen Ideengeberin und Initiatorin Sabrina Weirauch ergänzt: „Je offener über Sexualität gesprochen werden kann, desto besser können wir auch über wichtige Vorsorge und Untersuchungen sprechen und diese nutzen. So schützen wir uns nicht nur gegenseitig vor sexuell übertragbaren Krankheiten, sondern fördern auch ein Klima, in dem Offenheit und Verantwortung zur Selbstverständlichkeit werden. Je besser wir unsere eigene Sexualität verstehen, desto besser können wir unsere Grenzen wahren und uns schützen.
Gestartet wird mit „Innsbruck – intim“ am 31. Oktober mit einem kleinen Infostand in der Innenstadt. Dort gibt es erste Informationen zum Programm, Gewinnspiele und Gespräche. Den Abschluss des Aktionsmonats bildet die Red Ribbon Gala am 28. November in der Ferrarischule Innsbruck, bei der Solidarität mit HIV-positiven Menschen im Vordergrund steht.
Hilfe, wenn sie gebraucht wird
Die Mobile Überwachungsgruppe der Stadt Innsbruck (MÜG) kümmert sich innerhalb ihrer Befugnisse rund um die Uhr um Recht und Ordnung im Stadtgebiet. Im Vordergrund steht der deeskalierende Weg. Selbstverständlich sind die MitarbeiterInnen auch im Bereich des Einsatztrainings geschult und aus Sicherheitsgründen mit einer entsprechenden Schutzausrüstung ausgestattet. In potenziellen Gefahrensituationen ist allerdings die Polizei zuständig. Bei einem akuten Fall von Gewalt sollte deshalb immer sofort die Polizei unter der Nummer 133 kontaktiert werden. KR
Es ist unerlässlich, Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt zu fördern. Gewalt speziell gegen Frauen ist durch nichts zu rechtfertigen. Opferschutz und Täterarbeit müssen zusammenarbeiten, um das gesellschaftliche Bewusstsein gegen Gewalttaten zu
schaffen.
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