Realitätsnahe Katastrophenübung der Stadt Innsbruck

Szenario der Trinkwasserverunreinigung von fünf Einsatzstäben trainiert

Bürgermeister Johannes Anzengruber (5.v.l.) und (v.l.n.r.) Amtsvorstand Christian Schneider (Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen), Magistratsdirektor Stephan Crepaz, IKB-Vorsitzender Thomas Pühringer, Abteilungsleiter Johannes Schwamberger (Tirol Kliniken), Obmann Rupert Stöckl (Rotes Kreuz Innsbruck), Feuerwehr-Bezirkskommandant Helmut Plank (BFV Innsbruck-Stadt) und Branddirektor Helmut Hager (Berusfeuerwehr Innsbruck) behielten bei der Großübung den Überblick. © Stadt Innsbruck/F.Bär

„Ein Wasserrohrbruch im Stadtteil Amras verursachte eine starke Verunreinigung des Trinkwassers. Der Vorfall ist etwa zwei Tage unbemerkt geblieben.“ Diese realitätsnahe Übungsannahme für die Gemeindeeinsatzleitung forderte am Freitag, 6. November, den gesamten Einsatzstab.

Die ganztägige Katastrophenschutzübung der Stadt Innsbruck wurde übergreifend mit den Krisenstäben der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB), tirol kliniken, des Roten Kreuzes sowie der Feuerwehr Einsatzleitung Innsbruck durchgeführt.

Das städtische Gesundheitsamt und die IKB waren bei dieser Übung besonders gefordert, nachdem es durch das Szenario einer Verunreinigung des Trinkwassers zu zahlreichen fiktiven Magen-Darm-Erkrankungen kam. Sie wurden bereits am Vortag der Übung auf Grund einer angenommenen Häufung von Erkrankungen „alarmiert“. Die tirol kliniken mussten im Szenario mit einer Verschärfung der hygienischen Situation in der Notaufnahme zurechtkommen und dringend Kinder als Dialysepatienten in andere Einrichtungen bringen.

Sichtbarkeit im O-Dorf

Die ganztägige Übung war am Freitagnachmittag im O-Dorf erlebbar. Eine fiktive Anlaufstelle des Roten Kreuzes wurde am DDr.-Alois-Lugger-Platz errichtet. Die teilnehmenden Organisationen nutzten den Aufbau, um allgemeine Informationen zur persönlichen Krisenvorsorge für die Bevölkerung bereitzustellen. Die IKB übte real, die Trinkwasserleitungen auszuspülen und wurde dabei von der Berufsfeuerwehr unterstützt. „Mit der heutigen Übung haben wir die Zusammenarbeit von gleich fünf Einsatzstäben noch weiter verbessert. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Regelmäßige Übungen und Fortbildungen schaffen Routine und geben den Einsatzteams die erforderliche Sicherheit“, betonte Bürgermeister Johannes Anzengruber und bedankte sich bei dem Mitarbeiter:innen für ihr Engagement.

IKB-Vorstandsvorsitzender Thomas Pühringer ergänzte: „Krisensituationen erfordern ein enges und gut abgestimmtes Zusammenspiel aller Beteiligten. Gemeinsame Übungen wie diese sind daher besonders wichtig, um bestehende Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen und so im Ernstfall gut vorbereitet und handlungsfähig zu sein. Mein Dank gilt der Stadt für die gute Zusammenarbeit und allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz.“ Johannes Schwamberger, Leiter PR und Kommunikation der tirol kliniken bedankte sich bei der Stadt Innsbruck für die Einladung zu dieser Übung und die sehr gute Abstimmung. „Die tirol kliniken mussten im Szenario mit einer Verschärfung der hygienischen Situation in der Notaufnahme zurechtkommen. Nachdem sich die Klinik aufgrund der steigenden Zahl von dialysepflichtigen Kindern der Kapazitätsgrenze genähert hat, musste außerdem die Verlegung dieser Betroffenen organisiert werden“, bilanziert er.

Auch Rotkreuz-Kommandant Bernd Döring bedankt sich bei der Stadt Innsbruck: „Übungen sorgen dafür, dass im Ernstfall das Zusammenspiel aller notwendigen Behörden und Organisationen reibungslos funktioniert und die Krise ohne Zeitverlust bewältigt werden kann.“

Für Branddirektor Helmut Hager steht die gute Zusammenarbeit im Vordergrund: „Für die Bewältigung von Krisen- und Katastrophenlagen braucht es ein gut koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten. Bei dieser Übung wurden nicht nur die Abläufe in den verschiedenen Einsatz - und Krisenstäben gefestigt, es wurden insbesondere die Kommunikation und Abstimmung zwischen den Stäben und Einsatzorganisationen trainiert. Mein Dank gilt den Übungsplanern für die professionelle Organisation sowie allen Beteiligten, die auch im Ernstfall für die Sicherheit der Stadt sorgen.“

„Bei der Übungsplanung war es uns besonders wichtig die Kommunikation an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Krisenstäben zu testen. Mit fünf aktiv übenden Stäben stellte diese Übung der Stadt Innsbruck eine einmalige Gelegenheit dafür dar. Daneben war es uns wichtig auch die Bevölkerung aktiv mit einzubinden und über die Notwendigkeit der persönlichen Krisen-Resilienz aufzuklären. Auch die bestens trainierten und ausgerüsteten Behörden und Einsatzorganisationen können im Ernstfall nicht ohne die Mithilfe der Bevölkerung Katastrophen alleine bewältigen“, sagte der Amtseiter für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen, Christian Schneider.

Die Gemeindeeinsatzleitung der Stadt Innsbruck ist das zentrale Beratungsorgan des Bürgermeisters im Katastrophenfall. In den kommenden Tagen wird die Arbeit im Übungsszenario analysiert und die Rückschlüsse fließen in die zukünftige Stabsarbeit ein. SAKU




Alle Inhalte als .zip herunterladen