Mit dem heutigen Spatenstich beginnt eine neue Ära für den historischen Schlachthofblock im Stadtteil Saggen. Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) realisiert hier ein umfassendes Projekt aus Neubau, Sanierung und Erweiterung.
Ziel ist es, den sozialen Grundgedanken der Errichtung vor über 100 Jahren in die Moderne zu führen. Schon bei der ursprünglichen Planung des Gevierts in den 1920er-Jahren stand die soziale Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Der Schlachthofblock war als sozialpolitisches Projekt gedacht, das Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebensphasen zusammenbringt. Diese Vision wird nun durch einen Mix aus geförderten Mietwohnungen, studentischem Wohnen, einer vergrößerten Kinderbildungseinrichtung sowie freifinanzierten Einheiten erneuert.
Wohnraum für alle Generationen
Das Bauvorhaben umfasst 115 neue, geförderte Mietwohnungen im markanten Neubau an der Nordost-Ecke. Parallel dazu saniert die IIG 125 bestehende Wohnungen und schafft durch den Ausbau der Dachgeschoße 27 weitere Wohneinheiten.
Bürgermeister Johannes Anzengruber hebt die Bedeutung dieses wichtigen städtischen Bauprojektes für den Wohnungsmarkt hervor: „Leistbarer Wohnraum ist das Fundament für Lebensqualität in unserer Stadt. Mit dem Schlachthofblock schaffen wir modernen und bezahlbaren Wohnraum in zentraler Lage – für alle Generationen der Innsbrucker Bevölkerung. Durch die kluge Kombination aus Neubau und Sanierung entstehen hunderte Wohnungen, die direkt von der Stadt Innsbruck vergeben werden.“
Ein Ort für die Kleinsten
Im Innenhof bleibt der historische Kindergarten erhalten und wird durch einen modernen Zubau von eineinhalb auf drei Gruppen erweitert.
Elisabeth Mayr, ressortzuständige Vizebürgermeisterin für Kinder und Bildung, betont: „Der Schlachthofblock war das erste Geviert mit sozialem Mietwohnbau in Innsbruck. Vor hundert Jahren war es ein absolutes Novum, einen Kindergarten als Herzstück im Innenhof zu integrieren, um für die Kinder von arbeitenden Müttern und Vätern eine gute Versorgung direkt am Wohnort anbieten zu können. Noch heute ist diese Kombination ideal. Mit der Erweiterung des Kindergartens von eineinhalb Gruppen auf drei schaffen wir einen neuen Stadtteilkindergarten im Saggen. Moderne Pädagogik und Raumqualität sowie Barrierefreiheit werden damit ermöglicht, gleichzeitig wird der Charme des historischen Gebäudes bewahrt.“
Soziale Durchmischung und Stadtentwicklung
Ein Kernaspekt des Projekts ist die Vielfalt der Bewohner:innen. Studierende, Familien und Senior:innen sollen hier Tür an Tür leben.
Janine Bex, Stadträtin für Stadtplanung, sieht darin ein Vorzeigeprojekt: „Wir knüpfen an die Vision der Errichter von vor über 100 Jahren an. Wir sanieren und erhalten bestehende Gebäude und schaffen gleichzeitig neuen Wohnraum. So bleibt das Stadtbild erhalten und wird zukunftsfit gemacht. Durch die Begrünung des Innenhofs entsteht ein Ort der Begegnung, ein lebendiges Quartier dass die Wohnqualität im Stadtteil stärkt.“
Technische Präzision und wirtschaftliche Absicherung
Die bauliche Umsetzung erfolgt nach hohen energetischen Standards. Der Neubau wird in Passivhausqualität errichtet, das gesamte Geviert erhält einen Anschluss an das Fernwärmenetz und Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern.
IIG-Geschäftsführer Franz Danler erläutert die Umsetzung: „Dieses Projekt ist technisch und baulogistisch sehr anspruchsvoll, da mehrere Bauprojekte parallel umgesetzt werden, wie beispielsweise die Errichtung neubaugeförderter Wohnungen, Sanierung der Bestandswohnungen und Bestandsgebäude einschließlich Liftzubau und Vorbau Balkone und Aufstockung, Erweiterung Kindergarten und Errichtung Tiefgarage. Die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner während der Baumaßnahmen hat für uns oberste Priorität, schließlich wird ein Teil des Schlachthofblocks weiter als Euregio Studentenheim genutzt. Die Kosten für das Neubau-Wohnvorhaben betragen rund 27,3 Millionen Euro. Der Schlachthofblock hat so wie damals bei seiner Errichtung vor über 100 Jahren das Potenzial wiederum eine hervorragende Stellung in der Entwicklung des Wohnbaus in Innsbruck einzunehmen.“ DJ
Zahlen und Fakten zum Projekt
• Wohnungen gesamt: 292 Einheiten (statt bisher 211)
• Gewerbeflächen: Vier Geschäftslokale für die lokale Infrastruktur
• Kindergarten: Erweiterung auf drei Gruppen (rund 645 Quadratmeter Nutzfläche)
• Parken: Tiefgarage mit 84 Stellplätzen im Innenhof zur Entlastung der Oberfläche