Selbstständig und barrierefrei durch die Innsbrucker Altstadt

Taktiles Bodenleitsystem verbessert die Orientierung

Das taktile Leitsystem wird in der gesamten Altstadt umgesetzt, ausgenommen in jenen Gassen, in denen der Belag nicht erneuert wurde. Dort dienen die noch vorhandenen Wasserrinnen als Orientierungshilfe. © IKM/M.Kuen
Nach umfangreichen Arbeiten der Leitungsbetreiber im Untergrund erneuerte die Stadt Innsbruck die Oberflächen in nahezu allen Straßen und Gassen der Altstadt. Dabei wurde mit viel Feingefühl auf das historische Stadtbild Rücksicht genommen. Nun muss die Stadt auf dieser Grundlage den gesetzlichen Vorschriften zur Barrierefreiheit nachkommen und ein taktiles Bodenleitsystem umsetzen.
Die Arbeiten hierfür starten am 21. September 2026 und dauern voraussichtlich fünf bis sechs Wochen.

Dauerhafte und stadtbildverträgliche Lösung
In der historisch wertvollen Innsbrucker Altstadt wird das Bodenleitsystem bestmöglich und sorgfältig an die örtlichen Gegebenheiten sowie an die Anforderungen der Nutzer:innen angepasst. Die in den Boden gefräste Rillenstruktur ist mit dem Langstock ertastbar. Eine Randmarkierung hilft sehbeeinträchtigten Menschen bei der Orientierung.

Die Planung und Führung des gesamten Bodenleitsystems wurde mit der Stadtplanung, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Innsbruck und Michael Berger vom Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol abgestimmt.

Die Routenführung bewegt sich durch die gesamte Altstadt, ausgenommen in jenen Gassen, in denen der Belag nicht erneuert wurde. Beipielsweise der Stiftgasse und Riesengasse. Aufgrund dessen, dass es sich bei der gesamten Herzog-Friedrich-Straße um eine Fahrgasse handelt und es hier eine Vielzahl an Gastgärten und Veranstaltungen gibt, musste man sich dafür entschieden, die Route hier in die Laubengänge zu legen. 

Bei der Strecke zwischen Burggraben und Goldenem Dachl bestand die Möglichkeit auf beiden Seiten zu fräsen oder nur auf der Ost-Seite. Letztendlich einigte man sich mit dem Behindertenverband lediglich auf die Ostseite. Hierfür spricht die dort gelegene Apotheke, der Stadtturm mit öffentlichem, barrierefreiem WC sowie die direkte Erreichbarkeit von Hofburg und Dom.

Außerdem wird das Leitsystem vom Marktgraben über den Burggraben inklusive dem Franziskanerplatz bis zur Schwarzmanderkirche geführt.

Mit dem neuen Bodenleitsystem wird blinden und sehbeeinträchtigten Menschen die selbstständige Orientierung in der Innsbrucker Altstadt erleichtert. Damit werden nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, sondern ein wichtiger Schritt gesetzt hin zu einer barrierefreien und inklusiven Stadt, in der sich alle Menschen möglichst uneingeschränkt bewegen können. MD