Stadt Innsbruck prüft auf Legionellen-Bakterien

Höhere Anzahl an Legionellen-Infektionen im Vergleich zum Vorjahr

Der Eingang zum städtischen Gesundheitsamt am Adolf-Pichler-Platz. © IKM/Bär
Für 2026 konnte auch in Innsbruck ein Anstieg von Legionellen-Infektionen im Jahresvergleich festgestellt werden. Das Innsbrucker Gesundheitsamt hat in Abstimmung mit dem Land Tirol umfangreiche Maßnahmen ergriffen.
2026 wurden im Vergleich zu den Vorjahren europaweit mehr Fälle von Legionellen-Infektionen registriert – auch in Innsbruck. Das Amt für Gesundheit, Markt- und Veterinärwesen hat dazu verschiedene mögliche Ursachen ermittelt und Proben von möglichen Bakterienquellen entnommen.

„Derzeit werden Erhebungen zu möglichen Infektionsquellen durchgeführt. Legionellen können überall auftreten, wo warmes Wasser über einen längeren Zeitraum steht oder vernebelt wird. Eine regelmäßige Kontrolle der Leitungen und Wasseraufbereitungsanlagen ist hier die beste Vorbeugung“, führt Bürgermeister Johannes Anzengruber aus.

„Wir haben in den vergangenen Wochen mögliche technische Quellen für Legionellen-Bakterien im Innsbrucker Stadtgebiet identifiziert und überall Proben entnommen. Diese werden derzeit im Labor analysiert. Anlagen, die theoretisch als Infektionsquellen infrage kommen, werden schon jetzt als Sofortmaßnahme umfassend gereinigt“, erklärt Innsbrucks Stadtphysikus Ulrich Schweigmann und führt weiter aus: „Legionellen können überall auftreten. Bei privaten Haushalten empfiehlt es sich, Leitungen regelmäßig zu spülen und nach längeren Nutzungsunterbrechungen mit heißem Wasser bei mindestens 60 Grad Celsius durchlaufen zu lassen.“

Quellen kontrolliert, Maßnahmen eingeleitet
Weltweit steigt die Zahl der Legionellen-Infektionen an, insbesondere im Zuge der Sommermonate. Legionellen können sich in stehendem, warmem Wasser vermehren und werden über eingeatmete Aerosole auf Menschen übertragen. Legionellen, die mit Trinkwasser verschluckt werden, werden von der Magensäure sofort abgetötet und stellen keine Gefahr dar. Die Ursachenforschung zur vermehrten Anzahl an Legionellen-Infektionen richtet sich insbesondere auf große Anlagen zur Erwärmung von Trinkwasser, z.B. in Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheimen oder Krankenhäusern und technische Anlagen, die ein Aerosol produzieren und freisetzen können, wie etwa Kühltürme oder Autowaschanlagen.

Auch private Haushalte können betroffen sein. Hier wird die Einstellung des Warmwasserboilers auf mindestens 60 Grad Celsius empfohlen. Sogenannte „Legionellenschaltungen“, die das Wasser nur einmal in der Woche ausreichend erhitzen, bieten keinen sicheren Schutz, da bereits nach drei Tagen die Anzahl der Keime wieder deutlich angestiegen sein kann. Nach längeren Nutzungspause (z.B. nach Urlauben) sollten die Leitungen mit heißem Wasser mehrere Minuten durchgespült werden – insbesondere, bevor die Dusche benutzt wird. Auch Kaltwasserleitungen sollten nach einer Unterbrechung der Benutzung ausführlich gespült werden.

Mit Unterstützung der AGES wurden Anlagen im Innsbrucker Stadtgebiet, die als mögliche Bakterienquellen infrage kommen, identifiziert und überprüft. Dabei wurden auch Satellitenbilder von der AGES KI-gestützt ausgewertet. Der Großteil der in Innsbruck betriebenen Kühlanlagen konnte schon als Bakterienquelle ausgeschlossen werden, weil Systeme verwendet werden, die geschlossen sind und keine Aerosole produzieren können.

Anlagen, die aufgrund ihrer Technik Aerosole produzieren können, wurden als Sofortmaßnahme umgehend gereinigt. Die vom Amt für Gesundheit, Markt und Veterinärwesen entnommenen Proben werden momentan per Laboranalyse überprüft. Auch im Bereich der Pflegeheime wurden Schutzmaßnahmen für die Bewohner:innen ergriffen.