Stadt stärkt Hilfsangebot für suchtgefährdete Jugendliche

Finanzielle Mittel für Spritzentausch-Projekt im Jugendzentrum Z6

Der Viaduktbogen von Z6 Streetwork (Ing.-Etzel-Straße 42) in der Innsbrucker Bogenmeile. © Stadt Innsbruck/F.Bär
Die Stadt Innsbruck unterstützt das Projekt „Spritzentausch für Jugendliche“ des Vereins Z6 mit einer Subvention in Höhe von 15.600 Euro. Damit sollen gesundheitliche und soziale Folgen des intravenösen Drogenkonsums verringert, präventive Maßnahmen gestärkt und der Zugang zu weiterführenden Hilfsangeboten verbessert werden. Der Stadtsenat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt, die endgültige Beschlussfassung erfolgte im Gemeinderat am Donnerstag, 30. April 2026.
In den vergangenen Jahren ist in Innsbruck ein deutlicher Anstieg des intravenösen Drogenkonsums bei Jugendlichen zu beobachten. Die Situation hat sich zuletzt weiter verschärft. Damit verbunden sind erhebliche gesundheitliche Risiken wie Infektionen (HIV, Hepatitis C), schwere Folgeerkrankungen sowie akute Notfälle, die auch die bestehenden Unterstützungsstrukturen zunehmend fordern.

„Wir stehen hier vor einer sehr ernstzunehmenden Entwicklung. Es braucht rasche und wirksame Maßnahmen, um junge Menschen vor den massiven gesundheitlichen und sozialen Folgen des Drogenkonsums zu schützen. Mit der Unterstützung dieses Projekts setzen wir gezielt auf Prävention, Aufklärung und konkrete Hilfe“, weist der für Gesundheit verantwortliche Bürgermeister Johannes Anzengruber auf die Wichtigkeit des Projekts hin.

Niederschwellige Hilfe als Schlüssel
Das Jugendzentrum Z6 ist derzeit die einzige Anlaufstelle in Innsbruck, die sich gezielt an drogenabhängige Jugendliche richtet. Spezialisierte, jugendgerechte Behandlungsangebote sind in der Landeshauptstadt nur eingeschränkt verfügbar und werden von der Zielgruppe oft nicht ausreichend erreicht. Bereits seit 2024 werden dort aus eigenen Mitteln sterile Spritzen in Kombination mit Beratungsgesprächen ausgegeben – ein Angebot, das stark nachgefragt wird. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die finanziellen Ressourcen des Vereins mittlerweile erschöpft.

Das Angebot des Projekts „Spritzentausch für Jugendliche“ setzt bewusst dort an, wo sich die Jugendlichen aufhalten: Durch einen direkten Zugang im öffentlichen Raum können auch jene jungen Menschen erreicht werden, die von bestehenden Hilfesystemen bislang nicht oder zu spät erfasst werden. Neben der Ausgabe steriler Konsumutensilien umfasst es insbesondere Aufklärung zu Risiken, individuelle Kurzberatung sowie den kontinuierlichen Aufbau tragfähiger Beziehungen zu einer schwer erreichbaren Zielgruppe. Dabei werden akute gesundheitliche Risiken reduziert, Gefährdungssituationen frühzeitig erkannt und der Weg in weiterführende Unterstützungsangebote erleichtert.

Fokus auf Schutz und Perspektiven
„Gerade bei jungen Menschen braucht es Angebote, die sie ohne Hürden erreichen. Der Spritzentausch im Z6 ist weit mehr als eine reine Ausgabe von Material – er schafft Vertrauen, ermöglicht Gespräche und eröffnet Perspektiven. Das ist ein wichtiger Baustein moderner und nachhaltiger Sozialarbeit“, erklärt der für Soziales zuständige Vizebürgermeister Georg Willi.

Gemeinsame Finanzierung gesichert
Für die Fortführung des Angebots im Jahr 2026 sind insgesamt 48.600 Euro erforderlich. Neben der Stadt Innsbruck beteiligen sich auch das Land Tirol mit 30.000 Euro sowie die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), die Materialien im Wert von 3.000 Euro bereitstellt. Die Subvention der Stadt Innsbruck in Höhe von 15.600 Euro wird jeweils zur Hälfte aus dem Budget des Amtes für Soziales sowie aus Mitteln des Gesundheitsamtes im Bereich Prävention finanziert. MF