Stadtzentrum rückt an den Inn

Innsbruck schafft Inn-Zone – Palmenhaus und Hofgarten-Café auch am Start

Unterzeichnung des Letter of Intent zu "Innsbruck am Inn": v.l. Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Landeshauptmann Anton Mattle, Bürgermeister Johannes Anzengruber, Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler. © M.Vandory
Wovon Innsbruck immer geträumt hat: Jetzt kommt Innsbruck direkt an den Inn – und zwar im Englischen Garten und damit mitten im Stadtzentrum. Mit „Innsbruck am Inn“ startet die Stadt Innsbruck mit Unterstützung des Bundes, des Landes Tirol und Innsbruck Tourismus das wegweisende Projekt. Bis 2029 wird der südliche Innuferbereich zwischen Congress Ost und Émile-Béthouart-Steg an der südlichen Innuferlinie mit Sitz- und Liegemöglichkeiten umgestaltet und damit für Bevölkerung wie Gäste aufgewertet. Ziel ist es, einen einzigartigen Erholungsraum im Herzen der Stadt zu schaffen – naturnah, erfrischend und kühlend.
Parallel dazu gewinnt auch der Innsbrucker Hofgarten an Attraktivität. Neben der Modernisierung des Palmenhauses zur Sicherung der wertvollen Habsburger Sammlung stellt die Burghauptmannschaft die Weichen für den Neubau des Hofgarten-Cafés. Die rechtlichen Weichenstellungen sind bereits erfolgt. Das ehemalige Hofgarten-Café wurde 1924 von Clemens Holzmeister erbaut und fiel 2019 einem Brand zum Opfer. Mit dem neuen Café wird diese Lücke im Hofgarten qualitätsvoll neu gefüllt.

„Als Wirtschafts- und Tourismusminister bekenne ich mich: Ein attraktives Zentrum ist Standortpolitik. Wer Innenstädte belebt, stärkt Betriebe, Arbeitsplätze und Lebensqualität. Wo Menschen gerne bleiben, entsteht Wertschöpfung: in der Gastronomie, im Handel und im Tourismus. Daher unterstützen wir die Neugestaltung des Hofgartens und des Palmenhauses. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, was gelingt, wenn Bund. Land und Stadt an einem Strang ziehen: Jede Ebene bringt ihre Stärken ein – und am Ende gewinnen die Menschen in dieser Stadt ein Stück Lebensqualität“, betont Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

„Flüsse sind die Lebensadern unserer Regionen und prägen seit jeher Landschaften, Stadtbilder und das Leben der Menschen. Das gilt in besonderem Maße für den Inn, der nicht nur Namensgeber der Landeshauptstadt ist, sondern auch als bedeutender Erholungsraum eine zentrale Rolle spielt. Mit der künftigen Ufergestaltung sollen daher nicht nur die Erholungsqualität gesteigert, sondern auch der so wichtige Hochwasserschutz instandgehalten werden. Ebenso prägend für Innsbruck ist das Palmenhaus, dessen Geschichte mehr als 250 Jahre zurückreicht. Mit über 9.300 Pflanzen zählt es zu den bedeutendsten Lebendpflanzensammlungen Mitteleuropas. Es ist ein wichtiger Anziehungspunkt sowohl für die Tiroler Bevölkerung als auch für Gäste aus dem In- und Ausland. Der Erhalt dieses besonderen Kulturguts ist mir daher ein besonderes Anliegen“, so Bundesminister Norbert Totschnig.

„Innsbruck gehört an den Inn. Unsere Landeshauptstadt hat großes Potential, einen modernen und bürgernahen Flusszugang zu ermöglichen. Ich gratuliere allen Verantwortungsträgern, die mit diesem Konzept daran arbeiten, die Lebens- und Freizeitqualität von Innsbruck weiter zu steigern. Die Stadt Innsbruck und der Bund arbeiten in ihren beiden Zuständigkeiten daran, ein entsprechendes Projekt zu entwickeln. Als Land Tirol haben wir uns bemüht, diese Gespräche zu unterstützen und eine Brücke zu legen“, erklärt Landeshauptmann Anton Mattle.

„Aus Sicht des Hochwasserschutzes ist wichtig, dass das bestehende Schutzniveau erhalten bleibt. Innsbruck ist für ein 100-jährliches Hochwasser grundsätzlich gut aufgestellt – damit das auch so bleibt wird laufend daran gearbeitet. Im Zuge der Umsetzung des Projekts werden daher auch Instandhaltungsmaßnahmen entlang des Innufers mit umgesetzt – vergleichbar mit den derzeitigen Arbeiten an der Franz-Greiter-Promenade“, führt Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler aus.

„Heute legen wir gemeinsam den Grundstein für die Weiterentwicklung von Hofgarten und Englischer Garten. Mit der Umgestaltung bringen wir Innsbruck buchstäblich an den Inn und schaffen Erholung und Erfrischung direkt am Fluss, mitten in der Stadt“, freut sich Bürgermeister Johannes Anzengruber über die gelungene Kooperation mit Bund, Land und Innsbruck Tourismus.

„Die Projekte sind skizziert und rechtlich bzw. in der Machbarkeit abgeklärt. Drei Dinge passen jetzt perfekt zusammen: die Orte, der Zeitpunkt und die Nutzung als Erholungszone“, sagt Anzengruber: „Wie die mehrmonatige Sondierung ergeben hat, ist der Bereich zwischen Congress Ost und Émile-Béthouart-Steg der einzig mögliche Ort für eine Ufergestaltung im Stadtgebiet.“

Maßnahmen zusammengefasst

Innsbruck am Inn

  • Terrassierte Ufergestaltung: Eine flussniveaugleiche Lösung mit Sitz- und Liegeflächen sowie drei Buchten lädt zum Verweilen ein. Gleichzeitig werden Instandhaltungsarbeiten am Hochwasserschutz durchgeführt.
  • Verbindung von Natur und Stadt: Die neue Innuferzone dockt an städtebauliche Highlights wie dem Congress, der Talstation der Nordkettenbahn, der Hofburg, dem Tiroler Landestheater und dem Haus der Musik an.
  • Nachhaltige Mobilität: Die bestehende Uferpromenade und der Fahrradweg bleiben erhalten.
Hofgarten
  • Hofgarten-Café: Ein neues Café im Hofgarten schafft einen weiteren Ort der Begegnung und Erholung.
  • Neues Palmenhaus: Neubau der Glashausflächen und des Palmenhauses. Geplant ist die Errichtung eines touristisch attraktiven Palmenhauses, das den Standort nachhaltig aufwertet.
Stimmen der Stadtkoalition zum Projekt
Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr: „Öffentlich zugängliche, leicht erreichbare und konsumfreie Freizeiträume müssen in einer wachsenden und pulsierenden Stadt Platz finden – für spielende Kinder, für Familien, die dort gemeinsam Zeit verbringen oder picknicken, für Seniorinnen und Senioren, die sich beim Spazierengehen treffen und Ruhe und Erholung genießen. Barrierefreiheit bringt Teilhabe für alle Menschen, von Jung bis Alt, ob aktiv oder etwas gemütlicher. Die hohe und kühlende Aufenthaltsqualität verbindet, macht gemeinsames Verweilen möglich und schenkt Lebensfreude. Innsbruck am Inn kann und soll Treffpunkt für alle sein!“

Stadträtin Janine Bex: „Der Inn ist prägend für die Identität unserer Stadt. Unser Ziel ist es, einen Ort zu entwickeln, der diesen wertvollen Stadtraum mit Weitblick gestaltet, mit mehr Aufenthaltsqualität, besserem Zugang zum Wasser und kühlen Freiräumen für alle Generationen. So entsteht ein Ort, der die besondere Qualität bewahrt und Innsbruck als lebenswerte und klimafitte Stadt weiter stärkt.“

Die projektverantwortliche Tiefbaustadträtin Mariella Lutz sagt zur neuen Stadtterrasse am Inn: „Dieses Projekt zeigt, dass Natur, Hochwasserschutz und urbanes Leben harmonisch miteinander verbunden werden können. Mit der qualitätsvollen Umsetzung von Innufer und Stadtterrasse werden für die Bevölkerung Synergien zwischen Hochwasserschutz und Aufenthaltsqualität
geschaffen.“ KR