Tag der Inklusion: All inclusive

„Tag der Inklusion“ des Behindertenbeirats in der Stadtbibliothek

Mit Dunkelbrille und Langstock konnten Wege inner- und außerhalb der Bibliothek blind beschritten werden. © Stadt Innsbruck/F.Bär
Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen veranstaltete der Innsbrucker Behindertenbeirat (BBR) am Dienstag, 5. Mai 2026 den „Tag der Inklusion“.
In der Stadtbibliothek Innsbruck (Amraser Straße 2) fand dazu von 14.00 bis 18.30 Uhr ein umfangreiches Info-Programm statt, darunter: eine „Living Library“, Info-Stände und viele Möglichkeiten, mehr über die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen erfahren.

„Jeder Mensch hat das Recht auf Inklusion. Denn niemand ist ‚behindert‘ – Menschen werden behindert. Oft durch bauliche Barrieren, aber viel öfter immer noch durch Barrieren im Verständnis. Dem wirken wir entgegen, gemeinsam mit unserem Behindertenbeirat und seinem Netzwerk von Partnerorganisationen. Vielen Dank an alle, die jeden Tag daran arbeiten, Inklusion möglich zu machen!“, freut sich Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr über einen erfolgreichen Tag der Inklusion.

„Wir bieten bewusst Möglichkeiten, von Menschen mit Behinderungen aus erster Hand zu hören, wo überall im Alltag Barrieren sind, die von nichtbehinderten Menschen gar nicht wahrgenommen werden“, betont BBR-Vorsitzende Julia Golser. Das Angebot zum „Tag der Inklusion“ wurde vom Behindertenbeirat der Landeshauptstadt Innsbruck und seinen Partnerorganisationen veranstaltet.

Living Library
Eine „Living Library“ („Lebende Bücherei“) bot direkten Einblick in das Leben von insgesamt 16 Menschen mit Behinderungen im Alter von 29 bis 71 Jahren. Diese wurden zu „lebendigen Büchern“ und erzählten von ihren persönlichen Erfahrungen. Die „Bücher“ konnten bis zu 45 Minuten von bis zu sieben „Leser:innen“ für ein Gespräch „ausgeliehen“ werden.

„Die ‚Bücher‘ bestimmen in so einem Format selbst, welche Fragen sie beantworten und wie viel sie erzählen möchten. Auch ein Buch gibt schließlich nur so viel preis, wie in ihm steht“, erklärt BBR-Koordinator Wolf Grünzweig das Konzept: „Besonders ‚unsichtbare‘ Behinderungen waren vertreten, da diese gesellschaftlich oft nicht wahrgenommen werden.“

Bei den „lebenden Büchern“ handelte es sich entsprechend um Menschen, die von sichtbaren und/oder nicht-sichtbaren Behinderungen betroffen sind. Das Spektrum reichte dabei von Bindegewebserkrankungen über ME/CFS bis zu chronischen Darmerkrankungen und einer Vielzahl weitere Behinderungen, auch Menschen mit Mehrfachbehinderungen teilten ihre Geschichten. Betroffene des hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndroms sprachen ebenfalls am „Tag der Inklusion“ über ihre Erfahrungen – um auf letztere aufmerksam zu machen, wurden am Vortag auch das Goldene Dachl sowie die Bergiselschanze anlässlich des Ehler-Danlos-Awareness-Tages am 4. Mai orange beleuchtet.

Erlebnis und Information
Auch praktische Angebote halfen am „Tag der Inklusion“, Hürden nachzuvollziehen: Etwa durch Probefahrten mit Rollstühlen durch die Stadtbibliothek oder das blinde Beschreiten bibliothekarischer Wege mit Dunkelbrille und Langstock. Auch besondere Musikinstrumente konnten ausprobiert werden.

Insgesamt informierten 16 Aussteller:innen über ihre Arbeit: Tipsi, ÖMCCV, ÖZIV-Tirol, ARBAS, Wibs, integration tirol, Dachverband Selbsthilfe Tirol, slw, v-OHR-laut, der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol, KommBi/Beratungsstelle Gehörlosenverband Tirol, tafie, Selbstbestimmt Leben Innsbruck, der Behindertensportverband Tirol, Innovia und INNklusion waren mit Info-Ständen vertreten. Für die Dauer der Veranstaltung standen vier ÖGS- und zwei Schriftdolmetscher:innen zur Verfügung.

Der „Tag der Inklusion“ wurde vom Innsbrucker Behindertenbeirat in Kooperation mit der Stadtbibliothek Innsbruck organisiert. Weitere Informationen zur Arbeit des BBR finden sich unter: www.innsbruck.gv.at/behindertenbeirat

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