Vergessen, verloren, gefunden: Fundservice mit System

Digitale Spurensuche verspricht noch mehr Erfolg beim Finden

Findiges Team: Referatsleiter Saša Majstorović (m.) mit den Fundservice-Mitarbeiterinnen Jaqueline Moser (l.), Julia Plattner (r.) und kürzlich abgegebenen Fundsachen - (v.l.n.r.) einem Skihelm samt Brille, einer Kiste voller Kopfhörer und einem gemütlichen Katzenbett. © Stadt Innsbruck/F. Bär
Wer Dinge verliert oder Gegenstände vermisst, ist seit mehr als zwanzig Jahren im Fundservice der Stadt an der richtigen Adresse. Innerhalb eines Jahres werden Tausende Fundstücke in den Räumlichkeiten in der Fallmerayerstraße 2 gesichtet, sortiert, erfasst und zum großen Teil ihren Besitzer:innen ausgehändigt.

Im Minutentakt klingelt in den hohen Altbau-Räumlichkeiten das Telefon. Oftmals endet das Gespräch mit Freude, wenn ein Fund wieder zugeordnet werden konnte. Von Juni 2025 bis 20. Juni 2026 waren es rund 7.850 Funde – davon mehr als eintausend Schlüssel und knapp 2.000 Ausweise. Aber auch kuriose Dinge landen beim Fundservice-Team: Gebiss, Atemmaske und zuletzt eine aufblasbare Werbesäule. Letztere hätte zunächst von einem Verkehrsunternehmen entsorgt werden sollen, schließlich ist sie im Fundamt gelandet. Wann immer sich die Besitzer:in ausfindig machen lässt, leisten die Mitarbeiter:innen detektivische Arbeit und verständigen dann persönlich.

Digitale Suche
„Ein gut funktionierendes Fundservice sorgt dafür, dass verlorene Gegenstände rasch zu ihren Besitzerinnen und Besitzern zurückfinden. Damit schaffen wir einen Service, der den Alltag vieler Menschen spürbar erleichtert – weil Verlorenes meist mit viel Ärger und Aufwand verbunden ist“, betont Bürgermeister Johannes Anzengruber und verweist auch auf die Möglichkeit Verlorenes online zu suchen. Auf der digitalen Plattform www.fundamt.gv.at ist eine Onlinesuche nach verlorenen Gegenständen rund um die Uhr möglich. Auch dabei spielt das Team des Innsbrucker Fundservice eine wichtige Rolle. Jeder abgegebene Gegenstand wird online eingetragen und beschrieben. Wird nun etwas verloren, kann die/der Suchende online seinen Verlust registrieren. Erkennen die Mitarbeiter:innen des Fundservice den Gegenstand anhand der Beschreibung wieder, schreiben sie die Person aktiv an.

Von Schokolade und Katzen
„Ein Jahr lang bleiben Funde vom Wert höher als 100 Euro bei uns, die Ablage hat dabei System, damit man im Fall auch alles schnell wieder findet“, beschreibt Referatsleiter Saša Majstorović den Ablauf. Schlüssel und Kleidung beispielsweise bleiben ein halbes Jahr verwahrt. „Kleidung kommt dann einem karitativen Zweck zugute. Personenbezogenes wird vernichtet. Lebensmittel können wir gar nicht aufbehalten, alles Verderbliche muss gleich entsorgt werden“, betont der Referatsleiter. Zuletzt gab es für eine Touristin aber gute Nachrichten – sie hat eine Tasche mit Schokolade im Zug vergessen, durch den online registrierten Verlust konnte die Besitzerin gefunden werden. Sie kann nun einen Paketdienst beauftragen und ihre Souvenirs nach Hause bringen lassen.

Ein tierischer „Fund“ findet auch immer wieder den Weg zurück, erzählen Mitarbeiterinnen des Fundservice mit einem Augenzwinkern: „Eine Katze aus der Nachbarschaft wurde schon zweimal bei uns abgegeben. Wir kennen mittlerweile Pepis Zuhause und verständigen den Besitzer.“

Kontakt und Öffnungszeiten
Fallmerayerstraße 2 (große Glastür)
Tel.: +43 512 5360 8149
post.fundservice@innsbruck.gv.at
Persönliche Verlustmeldungen können montags bis freitags, jeweils 8.00 bis 12.00 Uhr, abgegeben werden.