Vom Lagerkomplex zum Gedenkort

Neues Buch des Stadtarchiv/Stadtmuseums Innsbruck erhältlich

Innsbrucks damaliger Bürgermeister Anton Melzer zu Besuch im Kindergarten des Barackenlagers Reichenau. © Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
In der Reihe „Zeit – Raum – Innsbruck“ des Stadtarchiv/Stadtmuseums Innsbruck ist ein neuer Band erschienen.
Im Zentrum des 19. Bandes „Reichenau – Vom Lagerkomplex zum Gedenkort“ steht die Geschichte des Lagerkomplexes Reichenau als Innsbrucker Tatort des Nationalsozialismus.
Während des Zweiten Weltkrieges entstand dieser Lagerkomplex, in dem Menschen gefangen gehalten, gequält und auch ermordet wurden, im Innsbrucker Stadtteil Reichenau. Neben dem Arbeitserziehungslager der Gestapo umfasste der Komplex ein städtisches Lager für Kriegs- und Zivilgefangene sowie je ein Lager der Reichsbahn und der Reichspost.

Neue Erkenntnisse
Das neue Buch bietet u.a. interdisziplinäre Perspektiven auf den Innsbrucker NS-Tatort, an dem Menschen gefangen gehalten, gequält und ermordet wurden. Im Zuge der Errichtung des neuen Gedenkortes Reichenau am Innufer östlich der Grenobler Brücke wird die Geschichte dieses NS-Tatortes grundlegend erforscht. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche neue Erkenntnisse, etwa über die Entstehungsgeschichte, die Todesopfer oder auch die Nachnutzung des Lagerkomplexes. Vier weitere interdisziplinäre Beiträge widmen sich der Innsbrucker Stadtgeschichte: Zur Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Innsbruck 1924, dem Neuen Mühlauer Friedhof, den Schwarzen Mandern und dem Café Hammerle.

Zum Buch
„Reichenau – Vom Lagerkomplex zum Gedenkort“. Reihe „Zeit – Raum – Innsbruck“, Band 19.
Mit Beiträgen von Sabine Pitscheider, Horst Schreiber, Barbara Hausmair u.a.
Universitätsverlag Wagner, 2026
Die Publikation ist im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck sowie im Webshop unter www.innsbruck.gv.at/shop erhältlich.