Das Vermächtnis Max Weilers kommt in gute Hände

Fresken aus dem Stadtsaal werden an die Tiroler Festspiele Erl verliehen

Gemeinsame Entscheidung für die Wandfriese Max Weilers: Hans Peter Haselsteiner, Bürgermeister Johannes Anzengruber und Herwig van Staa bei der feierlichen Unterzeichnung der Urkunde. © Stadt Innsbruck/A.Steinacker
Die Wandfriese des Tiroler Künstlers Max Weiler (geb. 1910 in Absam, gest. 2001 in Wien) aus den ehemaligen Innsbrucker Stadtsälen sind ein wertvolles Zeugnis der Tiroler Kunst der 1960er Jahre.
Nach dem Abriss der Stadtsäle im Jahr 2015 wurden die Fresken in einem Depot des Stadtarchivs/Stadtmuseums Innsbruck sicher verwahrt. Nun finden die beiden Wandfriese in Erl – genauer im Festspielhaus und in der Künstler:innen-Residenz – als Leihgabe an die Tiroler Festspiele Erl für die nächsten 50 Jahre einen neuen Platz.

„Wir freuen uns sehr, dass wir Max Weilers Kunstwerke in gute Hände geben können“, betonte Bürgermeister Johannes Anzengruber anlässlich der offiziellen Vertragsunterzeichnung am 17. April: „Lange wurde nach einem passenden Standort gesucht, damit die Fresken wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – Erl ist ein Glücksfall für Innsbruck und ganz Tirol. Ich danke Stadtarchivar Lukas Morscher für sein jahrelanges, intensives Bemühen um einen passenden Ort und die sorgsame Begleitung und fachgerechte Aufbewahrung während dieser Zeit.“

„Mit den großartigen Fresken von Max Weiler wird Erl ein Ort der Symbiose von darstellender und bildender Kunst! Tiroler Festspiele Erl: Sehen, hören, staunen“, zeigte sich Hans Peter Haselsteiner, der Präsident der Festspiele, erfreut. Durch seine kontinuierliche Förderung der Tiroler Festspiele Erl und insbesondere durch die derzeitige bauliche Erweiterung der Künstler:innen-Residenz werden jene strukturellen Voraussetzungen geschaffen, die eine adäquate Präsentation dieser Werke ermöglichen. Die Öffnung des Hauses sowie die großzügige finanzielle Unterstützung in der Umsetzung bilden damit eine tragende Grundlage für die erfolgreiche Übersiedlung.

„Jede Innsbruckerin, jeder Innsbrucker, der damals im Großen Stadtsaal war, kennt die monumentalen Wandmalereien des Max Weiler. Diese Fresken gehören wie jene im Hauptbahnhof oder in der Theresienkirche zweifellos zum Innsbrucker und Tiroler Kulturgut der Moderne, das erhalten bleiben und öffentlich sichtbar gemacht werden muss“, unterstützt Innsbrucks Alt-Bürgermeister Herwig van Staa als Vorsitzender der Landesgedächtnisstiftung die Leihgabe ideell wie finanziell.

Zur Historie
Seit dem Abbruch der Innsbrucker Stadtsäle im Herbst 2015 für den Neubau des Hauses der Musik Innsbruck waren die beiden unter Denkmalschutz stehenden Fresken von Max Weiler im Format von je ca. 28 mal 2,8 Meter vorübergehend in einer Halle in der Innsbrucker Trientlgasse untergebracht. Mehrere mögliche Standorte in Neubauten wie dem Haus der Musik Innsbruck oder dem Haus der Physik wurden geprüft, eine Nutzung war dort nicht möglich. „Es war über die Jahre schwierig, in der erforderlichen Größe dimensionierte Flächen ohne Fenster und Türen zu finden, die auch das Gewicht von etwa 15 Tonnen tragen“, hält Lukas Morscher, der Leiter des Stadtarchivs/Stadtmuseums Innsbruck, fest.

Die weitere Suche nach einem geeigneten Aufstellungsort – auch über Tirol hinaus – wurde unter anderem vom Bundesdenkmalamt vorangetrieben und führte schließlich zu den Tiroler Festspielen Erl. In einer Machbarkeitsstudie wurde der Transfer von Innsbruck nach Erl als sehr herausfordernd, aber technisch möglich dargestellt.

Rechtlich handelt es sich um einen Leihvertrag mit der Laufzeit von 50 Jahren und der Möglichkeit der Verlängerung. Die Fresken bleiben im Eigentum der Stadt Innsbruck. AS