Gedenkort Reichenau: Entstehende Erinnerung

Umsetzung der Gedenkstätte am Inn wird fortgesetzt

Die Namenssteine für die Opfer des Lagerkomplexes wurden in den vergangenen Monaten gesetzt. © Stadt Innsbruck/D.Jäger
Die Umsetzung des Gedenkorts Reichenau geht weiter: Der Stadtsenat der Stadt Innsbruck beschloss (vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats) am Mittwoch, den 18. Februar einstimmig die Ausschreibung und Finanzierung von Projektphase 2, im Zuge derer die Arbeiten am Gedenkort abgeschlossen werden.
Zusätzliche Mittel werden von Land Tirol und Bund, aber auch von privaten Unternehmen bereitgestellt.

„Der Gedenkort Reichenau wird die Opfer des Lagerkomplexes würdig in Erinnerung halten. Besonders erfreulich ist, dass wir die Finanzierung dieses Projekts gemeinsam mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern realisieren dürfen. Gedenken bedeutet immer auch, Verantwortung zu übernehmen: Dieses Zeichen setzen wir gemeinsam bei der Umsetzung des Gedenkorts Reichenau“, erklärt Vizebürgermeister Georg Willi.

Projektphase 1
Am Innufer östlich der Grenobler Brücke baut die Stadt Innsbruck den neuen Gedenkort Reichenau: Zeitstrahlen am Boden markieren die Monate, in denen das Lager bestand. Entsprechend des Todesdatums der bislang 115 identifizierten Opfer befinden sich individuelle Namenssteine, deren Platzierung gemeinsam mit der topografischen Gestaltung des Areals bereits in den vergangenen Monaten erfolgt ist. Im Frühjahr 2026 folgt die Pflasterung der 8.500 Pflastersteine, die sich zu einer Welle erheben und die Anzahl der Menschen symbolisieren, die im Lagerkomplex Reichenau inhaftiert waren.

Projektphase 2
In einem offenen Pavillon, der in Projektphase 2 errichtet wird, finden sich Informationen zu den Umständen im Lagerkomplex sowie zu dessen Opfern – auch auf digitalen Displays, die ebenfalls in Projektphase 2 installiert werden, ebenso wie Sitzgelegenheiten und die Beleuchtung. Eine Website, die noch in Projektphase 1 entsteht, und ein Audioweg begleiten den Gedenkort. Die Arbeiten für Projektphase 2 starten nach der Ausschreibung und Vergabe Mitte 2026 und werden im Laufe des Jahres durchgeführt.

Kosten und Finanzierung
Die Bruttogesamtkosten belaufen sich auf rund 1.28 Millionen Euro, davon Stand Jänner 2026 756.533 Euro für Projektphase 1 und 560.000 Euro für Projektphase 2. Gemäß Gemeinderatsbeschluss wurde die Finanzierung bis 840.000 Euro durch die Stadt Innsbruck gesichert, die Mittel für die darüberhinausgehenden Kosten sollten vollständig durch externe Fördernde abgedeckt werden. Dies ist nun durch Beiträge des Landes Tirol, der Landesgedächtnisstiftung, des Nationalfonds, des Zukunftsfonds, der Stiftung Sparkasse, der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG, des Tourismusverbandes Innsbruck, der Post AG, der ÖBB, der Neuen Heimat Tirol und der Versicherungsanstalt Wiener Städtische erfolgt. FB