Politik hautnah erleben
Der Tag begann mit einem Austausch im Plenarsaal des Innsbrucker Rathauses. Im persönlichen Gespräch mit Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr, den drei Gemeinderätinnen Christine Oppitz-Plörer, Marlene Trinkl und Sabine Lerch, sowie den Jugendbeirätinnen Antonella, Mavis und Viktoria erhielten die Mädchen Einblicke in unterschiedliche Zugänge zur Politik. Welche Wege können dorthin führen? Wie kann ich mitbestimmen, auch ohne ein politisches Amt zu übernehmen? Und vor allem: Was bedeutet Politik eigentlich für mich als junge Frau? Hier konnten die Schülerinnen ihre Fragen stellen, Anliegen vorbringen, sich selbst einmal ans Rednerpult wagen und aus erster Hand erfahren, wie vielfältig und verantwortungsvoll politische Arbeit ist.
Nach einer gemeinsamen Jause folgte eine kurze Tour durch das Rathaus. So lernten die Mädchen den Arbeitsalltag der Magistratsbediensteten kennen, sahen, wo der Bürgermeister zu finden ist, in welchem Raum der Stadtsenat tagt und wo sie Antworten auf unterschiedliche Anliegen finden.
Den Abschluss bildete der gemeinsame Besuch der Veranstaltung „Eine Stadt sagt Danke“ – der ehrenvollen Geburtstagsfeier der Innsbrucker:innen des Jahrgangs 1956, die im laufenden Jahr ihren 70. Geburtstag gefeiert haben oder noch feiern. Hier erhielten die Mädchen einen weiteren Einblick in die vielfältigen Aufgaben einer Vizebürgermeisterin, welche auch repräsentative Aspekte beinhaltet.
Ein Tag im Zeichen von Teilhabe
Mit der Teilnahme an der Initiative „Girls in Politics“ des Österreichischen Städtebundes und des Frauenministeriums setzte die Stadt Innsbruck heuer erneut ein deutliches Zeichen für mehr Sichtbarkeit von Mädchen und Frauen in der Politik. „Mit 'Girls in Politics' möchten wir Mädchen darin bestärken, ihre Ideen einzubringen, ihre Interessen zu vertreten und Politik aktiv mitzugestalten. Es braucht gerade in Bereichen wie der Kommunalpolitik, die immer noch sehr stark männlich geprägt sind, weibliche Vorbilder für junge Frauen und Mädchen. Deshalb war es mir ein Anliegen, einige unserer Gemeinderätinnen einzuladen, den Mädchen ihre Perspektive mitzugeben und aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten. Es ist toll, dass im Gemeinderat ein parteiübergreifender Konsens herrscht, dass wir junge Frauen ermutigen wollen, sich einzubringen. Denn jede Stimme zählt – und eine Politik, die die Zukunft aller gestaltet, braucht natürlich auch die Perspektiven und das Engagement junger Frauen“, betont Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr: „Besonders beeindruckt hat mich, wie mutig sich viele der Mädchen schon an das Rednerpult gewagt haben und das hoffentlich nicht zum letzten Mal!“
Der Weltmädchentag, der jedes Jahr am 11. Oktober begangen wird, macht weltweit auf die Rechte von Mädchen aufmerksam und fordert gleiche Chancen in Bildung, Beruf und Gesellschaft. Mit der Aktion „Girls in Politics“ setzt Innsbruck ein starkes Zeichen für Chancengleichheit und politische Selbstbestimmung – heute und für die Zukunft. SW