Innsbrucker Behindertenbeirat zum Weltgesundheitstag

Menschen mit Behinderungen im Gesundheitssystem strukturell benachteiligt

Der Innsbrucker Behindertenbeirat setzt sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen in der Stadt Innsbruck ein. © Stadt Innsbruck/Behindertenbeirat
Das Gesundheitssystem muss eine medizinisch adäquate, qualitativ hochwertige und sozial gerechte Versorgung für alle gewährleisten – auch für Menschen mit Behinderungen. Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April macht der Innsbrucker Behindertenbeirat (BBR) auf bestehende strukturelle Benachteiligungen aufmerksam.
„Barrierefreiheit ist in der medizinischen Versorgung keine Option, sondern zwingende Voraussetzung. Ohne sie werden Menschen mit Behinderungen systematisch vom Gesundheitssystem ausgeschlossen“, ist für Mag.a Julia Golser, Vorsitzende des Innsbrucker Behindertenbeirates, der Status quo nicht hinnehmbar.

Menschen mit Behinderungen stehen häufig vor der prekären Situation, keine geeignete Arztpraxis zu finden. Dabei ist nicht nur die lange Wartezeit auf Termine problematisch, sondern vor allem der tatsächliche Zugang – also die Erreichbarkeit und Nutzbarkeit der Praxis.

„Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf selbstbestimmte, barrierefreie Gesundheitsversorgung. Ohne verbindliche Barrierefreiheit bleibt jede Reform der Primärversorgung Stückwerk“, fordert Vizebürgermeisterin Mag.a Elisabeth Mayr, ressortzuständig für den Behindertenbeirat, die Bundespolitik zum Handeln auf.

Die Gesundheitsreform muss sich an den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention, insbesondere an Artikel 25, orientieren. Österreich hat diese bereits 2008 ratifiziert.

Zudem braucht es verpflichtende, verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit von Primärversorgungseinrichtungen. Nur so können Patient:innen ihre freie Arztwahl selbstbestimmt wahrnehmen. Auch digitale Gesundheitsangebote müssen konsequent barrierefrei gestaltet sein. Beides ist derzeit nicht ausreichend gewährleistet, würde jedoch weit über die Zielgruppe der Menschen mit Behinderungen hinaus vielen Menschen zugutekommen.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt – nicht später“, halten Golser und Mayr abschließend fest.