Mit dem Stipendium erhält Thomas Larcher den Auftrag für ein zeitgenössisches Musikwerk.
„Ich freue mich, einen international so gefragten Künstler, dessen Wege von Basel, Hamburg und London bis New York und San Francisco führten, und so vielbeschäftigten Konzertveranstalter auszeichnen zu können“, gratulierte Vizebürgermeister Georg Willi: „Sie sind in der Musikwelt gut vernetzt und prägen die Kulturlandschaft bereits seit Jahrzehnten mit Ihren unterschiedlichsten Kompositionen, vom Liederzyklus über die Klavier- und Kammermusik bis hin zur Symphonie und Oper.“
Innovative KlangspracheDiese Entscheidung wurde einstimmig durch die Jury (Katharina Roth, Marco Blaauw und Gerhard Sammer) zugunsten des renommierten Komponisten gefällt. Thomas Larcher überzeugte die Jury aufgrund seiner ausgereiften Kompositionstechniken, Weiterentwicklung der Themen sowie der interessanten und differenzierten Instrumentation in seinen Orchesterwerken. Die Jury ist überzeugt, dass Thomas Larcher durch seine herausragende künstlerische Eigenständigkeit und internationale Strahlkraft eine außergewöhnliche Bereicherung für die zeitgenössische Musik darstellt. Larchers Musik spiegelt seinen geschickten Umgang mit dem Orchesterapparat, bei dem sowohl die klangsprachliche Raffinesse als auch die geschickte Instrumentation hervorzuheben ist. Seine Werke verbinden innovative Klangsprache mit emotionaler Tiefe und zeigen eine unverwechselbare Handschrift. Mit seinem kontinuierlichen Engagement für neue Musik und seine bedeutenden Beiträge zur Kulturlandschaft erfüllt er in besonderem Maße die Kriterien des Hilde-Zach-Stipendiums.
Das Förderstipendium wird heuer mangels Einreichungen nicht vergeben. Die Jury ermutigt daher vor allem junge Komponierende unter 35 Jahren, sich im kommenden Jahr gezielt auf das Förderstipendium zu bewerben.
Leben&WerkThomas Larcher (*1963 in Innsbruck), 1981–1988 Studium an der Musikhochschule Wien bei Heinz Medjimorec und Elisabeth Leonskaja (Klavier) sowie Erich Urbanner (Komposition). 1994 Gründung des Festivals „Klangspuren – Festival zeitgenössischer Musik Schwaz“. 2001–2006 Leiter einer Klavierklasse an der Hochschule für Musik Basel (Schweiz). 2004–2022 künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals „Musik im Riesen“ in den Swarovski Kristallwelten Wattens. Seit 2023 künstlerischer Leiter der Konzertreihe „listening closely“.
Larchers Kompositionen entstehen als Auftragswerke für die führenden Orchester der Welt, wie die Wiener und Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, The New York Philharmonic Orchestra oder The San Francisco Symphony; interpretiert werden sie von Musiker:innen wie Semyon Bychkov, Klaus Mäkelä, Kirill Gerstein, Alisa Weilerstein oder Andrè Schuen.
Sein Œuvre umfasst inzwischen neben fünf Streichquartetten (Cold Farmer, IXXU, Madhares, lucid dreams, out of the bluest blue) und mehreren Stücken für andere kammermusikalische Besetzungen (u. a. My Illness Is The Medicine I Need, A Padmore Cycle, Die Nacht der Verlorenen) zwei Klavier-, ein Violinen-, ein Viola- und zwei Cello-Konzerte sowie Werke für großes Orchester wie Red and Green, die drei Symphonien Alle Tage für Bariton und Orchester, Kenotaph und A Line above the Sky sowie das rund einstündige Werk Love and the Fever. Eight Poems by Miyazawa Kenji for choir and orchestra. Sein erstes Opernwerk, Das Jagdgewehr, wurde bei den Bregenzer Festspielen 2018 uraufgeführt.
Larchers Werke werden bei Schott Music London verlegt, seine Musik ist auf mehreren CDs dokumentiert (Naunz (2001), IXXU (2006), Madhares (2010), What Becomes (2014), For Children (2016), Alle Tage/Violinkonzert (2021), Kenotaph (2021), The Living Mountain (2023)). Er ist Mitglied des österreichischen Kunstsenats und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Weitere Informationen unter
www.thomaslarcher.com und
https://www.schott-music.com/de/person/thomas-larcher#person_worklistStipendien, Preise (Auswahl):Kunstpreis der Stadt Innsbruck – Preis für Instrumentalwerke (1986, 1992, 1998), British Composer Award, International Category (Doppelkonzert, 2012), Österreichischer Kunstpreis – Musik (2015), Großer Österreichischer Staatspreis (2019), Tiroler Landespreis für Kunst (2021).