Stadt Innsbruck steigt bei Tiroler Landbau GmbH ein
Die Gesellschafter der Neuen Heimat Tirol (NHT) – das Land Tirol und die Stadt Innsbruck – planen die Gründung der Tiroler Landbau GmbH als gemeinsame Tochtergesellschaft. Ziel ist es, die Umsetzung wichtiger öffentlicher Bauprojekte künftig effizienter, schneller und stärker im öffentlichen Interesse zu gestalten. Die NHT übernimmt mit 51 Prozent die Mehrheit, während sich Land Tirol und Stadt Innsbruck mit jeweils 24,5 Prozent direkt beteiligen. Das Stammkapital beträgt 2,04 Millionen Euro, wobei die NHT 1,04 Millionen Euro einbringt und Land sowie Stadt jeweils 500.000 Euro leisten.
Die Tiroler Landbau GmbH wird vor allem kommunale Infrastrukturprojekte wie Kindergärten, Schulen oder Einsatzzentren realisieren – insbesondere dort, wo öffentliche Mittel eingesetzt werden. Solche Projekte konnten bis dato von der NHT selbst bisher nur erschwert umgesetzt werden. Damit stärken die öffentlichen Eigentümer gezielt ihre Handlungsfähigkeit und sichern langfristig leistbare, qualitätsvolle Infrastruktur für die Bevölkerung.
„Wir stärken damit die NHT als gemeinnützige Bauträgerin, die im Miteigentum der Stadt steht. Und schaffen die Grundlage, um wichtige Infrastrukturprojekte künftig noch gezielter und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen“, erklärt Bürgermeister Johannes Anzengruber. Nach dem jüngsten, mehrheitlichen Stadtsenats-Beschluss wird die Gründung der Tiroler Landbau GmbH im Gemeinderat vom 30. April 2026 behandelt.
Finanzielle Mittel für Alte Talstation
Nach der Präsentation des Projekts im Gemeinderat Ende März hat der Stadtsenat jetzt einstimmig grünes Licht gegeben: Rund 1,7 Millionen Euro fließen in die Sanierung der alten Talstation der Hungerburgbahn. Damit kann es endlich losgehen – und das Gebäude am Rennweg bekommt eine neue Zukunft als offenes Jugendkulturzentrum. Das Ziel ist klar: Ein Ort von jungen Menschen für junge Menschen. Mit der „Jungen Talstation“ entsteht ein Raum für Musik, Kunst, Veranstaltungen und neue Ideen – mitten in der Stadt.
„Step by Step kommt wieder Leben in die Talstation. Lange war unklar, was mit dem Gebäude passiert – uns ist es gelungen, eine dauerhafte Lösung zu schaffen. Wer Jugendkultur ernst nimmt, muss auch investieren. Genau das tun wir hier“, freut sich Bürgermeister Johannes Anzengruber auf diesen Meilenstein für die Jugend.
Wenn alles nach Plan läuft, könnte Anfang 2027 die Baugenehmigung vorliegen. Die Bauzeit beträgt rund ein halbes Jahr – damit wäre eine Eröffnung im Sommer 2027 realistisch. „Wir sind auf Kurs und wollen der Innsbrucker Jugend so bald wie möglich diesen neuen Raum übergeben“, ergänzt Stadträtin Mariella Lutz.
Dreiheiligen wird zum Superblock
Vor dem Hintergrund aktueller urbaner Fragestellungen und Herausforderungen wie Klimawandelanpassung, Mobilitätswende und Nutzungsdruck auf den öffentlichen Raum soll in Innsbruck – wie im Zukunftsvertrag Innsbruck 2024 bis 2030 verankert – ein Modellversuch nach dem internationalen Vorbild der Superblocks umgesetzt werden. Als Grundlage dafür wurde im Dezember 2024 ein Auftrag zur Erarbeitung einer Potentialanalyse zum Thema Superblocks in Innsbruck vergeben, welcher im August 2025 abgeschlossen wurde und nun die Basis für die politische Entscheidung für ein erstes Pilotgebiet bildet.
Um die Bevölkerung für das Konzept Superblocks zu sensibilisieren, wurde das Thema im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 2025 aufgegriffen und an einem neutralen Ort – am Landestheatervorplatz – spielerisch ausprobiert. Parallel dazu wurde ein Projektantrag für eine Quartiersdemonstration im gewählten Gebiet Dreiheiligen ausgearbeitet und als Dreijahresprojekt für das Förderprogramm Mission Klimaneutrale Stadt - Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt 2025 (TIKS) eingereicht. Im März 2026 erfolgte die Förderzuge seitens des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und des Klima- und Energiefonds durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).
„Der Superblock in Dreiheiligen ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Flächengerechtigkeit, weil wir den öffentlichen Raum wieder fair zwischen allen Nutzerinnen und Nutzern aufteilen. Gerade in einem Stadtteil mit so vielen Kindern, Jugendlichen und sozialen Einrichtungen geht es darum, sichere Wege und qualitätsvolle Aufenthaltsräume für alle zu schaffen – insbesondere für die Jüngsten, Ältesten und Menschen mit Behinderungen. Weniger Durchzugsverkehr bedeutet mehr Lebensqualität: weniger Lärm, mehr Grün, mehr Schatten und vor allem mehr Raum für Begegnung. Gleichzeitig setzen wir bewusst auf gemeinsames Ausprobieren – mit temporären Maßnahmen, die rasch Verbesserungen sichtbar machen und gemeinsam mit der Bevölkerung weiterentwickelt werden“, betont Stadträtin Janine Bex.
Der Stadtsenat stimmte der Abwicklung des geförderten Projektes „SuperQ3“ vorbehaltlich der Entscheidung des Gemeinderates am 30. April 2026 mehrheitlich zu. Gleichzeitig wurde der Fördervertrag sowie der Konsortialvertrag zum Projekt „SuperQ3“ (Planung und Durchführung) beschlossen. Die Abwicklung des Projektes läuft über das Amt für Stadtplanung, Mobilität und Integration sowie das Pionierstadt-Team, das im Büro des Magistratsdirektors angesiedelt ist.KR