Tigermücke am Radar: Gemeinsam ihre Ansiedlung in Innsbruck verhindern

Stadt ruft Bevölkerung zu Aufmerksamkeit und einfachen Schutzmaßnahmen auf

Einfache Maßnahmen wie die gründliche Reinigung von Blumenkästen oder Untersetzern helfen, eine Ansiedlung der Tigermücke in Innsbruck zu verhindern. © Pixabay
Die Asiatische Tigermücke ist auch in Innsbruck ein Thema: Nachdem bereits mehrfach einzelne Exemplare nachgewiesen wurden, gilt es nun, ihre Ansiedlung möglichst zu verhindern. Das Gesundheitsamt der Stadt Innsbruck informiert daher über einfache Maßnahmen zur Vorbeugung.

Die Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich seit Jahren in Europa aus und profitiert insbesondere von steigenden Temperaturen. Sie ist bereits ab etwa zehn Grad aktiv und tritt vor allem von Mai bis Oktober auf. Auch städtische Gebiete bieten durch zahlreiche kleine Wasseransammlungen ideale Bedingungen für die Vermehrung. In Parks, Gärten oder auf Balkonen finden sich oft unbemerkt geeignete Brutstätten.

„Die Tigermücke ist zwar klein, kann sich aber rasch ausbreiten und durch ihr aggressives Stechverhalten zur echten Belastung werden. Entscheidend ist, dass wir jetzt gemeinsam handeln und verhindern, dass die Tigermücke in Innsbruck heimisch wird und sich hier vermehrt“, betont Dr. Ulrich Schweigmann, Leiter des Gesundheitsamtes. Tigermücken sind sogenannte „Container-Brüter“ und legen ihre Eier bevorzugt in kleinsten Wasseransammlungen ab – etwa in Blumentopfuntersetzern, Gießkannen, Regentonnen oder verstopften Dachrinnen.

Einfache Maßnahmen gegen Brutstätten
Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Vermehrung deutlich verhindern. Besonders wichtig ist es, stehendes Wasser konsequent zu vermeiden: Die Stadt Innsbruck empfiehlt insbesondere:

  • Kleine Wasseransammlungen mindestens einmal pro Woche entleeren (z. B. Untersetzer, Vogeltränken, Planschbecken)
  • Regentonnen und Wasserbehälter abdecken
  • Gegenstände wie Eimer, Gießkannen oder Reifen so lagern, dass sich kein Wasser sammeln kann
  • Dachrinnen sauber halten
  • Kleinstwasserstellen entfernen, abdecken oder mit Sand befüllen

Überwinterung verhindern: Die Eier der Tigermücke können den Winter überleben. Behälter wie Blumenkästen oder Untersetzer sollten daher gründlich gereinigt und trocken gelagert werden.

Gartenteiche und Schutz vor Stichen
Nicht jede Wasserfläche ist problematisch: In naturnahen Garten- und Schwimmteichen sorgen Fressfeinde wie Libellenlarven dafür, dass sich Tigermückenlarven kaum entwickeln können. Anders verhält es sich bei kleinen, künstlichen Wasseransammlungen wie Untersetzern, Vogeltränken oder Planschbecken.

Zum persönlichen Schutz empfiehlt die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit):

  • Feinmaschiges Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen anbringen
  • Lange, helle Kleidung tragen
  • Insektenschutzmittel (Repellents) verwenden

Repellents sind Insektenschutzmittel, die Mücken durch Geruchsstoffe abweisen. Von Giftstoffen (Insektiziden) wird ausdrücklich abgeraten, da sie mehr schaden als nutzen.

Mithilfe der Bevölkerung
Eine wirksame Eindämmung ist nur mit Unterstützung der Bevölkerung möglich. Jede und jeder kann dazu beitragen, die Verbreitung der Tigermücke besser zu überwachen. Mit der kostenlosen App „Mosquito Alert“ können Fotos von auffälligen Mücken einfach hochgeladen werden. Die App ermöglicht es zudem, Funde zu dokumentieren und zur Bestimmung einzuschicken – bei Bedarf auch einzelne Stechmücken selbst.

Die eingesendeten Daten werden von Expert:innen geprüft und liefern wertvolle Hinweise auf neue Vorkommen. So können Entwicklungen frühzeitig erkannt und gezielte Maßnahmen gesetzt werden. Die Tigermücke ist leicht an ihrer schwarz-weißen Färbung mit auffälligen Streifen und einem weißen Längsstreifen am Rücken zu erkennen. Sie ist kleiner als eine 1-Cent-Münze und im Unterschied zu heimischen Stechmücken auch tagsüber aktiv. Aktuell ist das Risiko einer Krankheitsübertragung in Österreich sehr gering. Dennoch kann die Tigermücke über 20 verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel Dengue-Fieber oder Zika-Virus-Infektion übertragen. Umso wichtiger ist es, ihre Ausbreitung frühzeitig zu begrenzen.

Unterschied zur Asiatischen Buschmücke
Die Asiatische Tigermücke wird leicht mit der der Asiatischen Buschmücke (Aedes japonicus) verwechselt, die weniger auffällig gezeichnet ist und auch weniger aggressiv ist. Im Gegensatz zur Tigermücke ist die Asiatische Buschmücke nicht am Tag aktiv und spielt keine Rolle für die Übertragung von Krankheiten. Die Asiatische Buschmücke hat sich in Innsbruck bereits angesiedelt und brütet hier. Bei beiden Mückenarten handelt es sich um sogenannte „invasive Arten“, die nicht aus der Alpenregion stammen, sondern eingewandert sind.

Überwachung gebietsfremder Stechmückenarten
Die Stadt Innsbruck betreibt, in Kooperation mit dem Land Tirol und der AGES in Wien, eine sogenannte „Mücken-Vigilanz“. Dabei werden von Mai bis September an mehreren Standorten Fallen aufgestellt, in denen die dort abgelegten Mückeneier regelmäßig ausgeleert und im Labor analysiert werden. Neben abgelegten Eiern von den heimischen Mückenarten werden dabei regelmäßig auch Eier der Asiatischen Buschmücke nachgewiesen. Eier von Tigermücken wurden bisher erfreulicherweise nicht gefunden. Deshalb liegt der Schwerpunkt darauf, die Ansiedlung dieser überaus unangenehmen, invasiven Mückenart möglichst zu verhindern. Dies kann nur unter Mithilfe der Bevölkerung durch gemeinsame Anstrengungen gelingen.

Weitere Informationen zur Tigermücke sind unter www.innsbruck.gv.at/muecken oder https://www.ages.at/mensch/krankheit/infos-zu-gelsen-und-krankheiten abrufbar. MF